CALIGULA'S HORSE - Rise Radiant

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VÖ: 22.05.2020
Bandinfo: CALIGULA'S HORSE
Genre: Progressive Metal
Label: Inside Out Music
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Lineup  |  Trackliste

Mit "Rise Radiant" präsentieren die Australier CALIGULA'S HORSE ihren fünften Langspieler in neun Jahren Bandbestehen und ihr bisher fokussiertestes Werk, ein Statement zur Erkundung menschlicher Erfahrungen mit allen Höhen und Tiefen, die so natürlich auch in musikalischer Form gegeben sind und womit das Quintett aus Brisbane wieder aus den Instrumental-Vollen schöpft.

Zitat Promo-Beilage:
"'Rise Radiant' is an anthem for the regeneration of self-belief, an exploration of the themes of legacy, and a rallying cry for survival."

Die ersten beiden Songs kennt man schon als Vorab-Veröffentlichung, sind aber ein sehr gut gewähltes Einstiegs-Doppel. "The Tempest" beginnt in den Anfangssekunden mit HAKEN-Vibe am Keyboard, während "Slow Violence" mit Synthesizer-Hintergrund aufwartet. Die Songs führen die Band wieder in Djent-Gefilde, was ihnen nach wie vor gut zu Gesicht steht. Und obwohl CALIGULA'S HORSE das Händchen für gutes Songwriting natürlich längst nicht verloren haben, ist nach dem starken Start stellenweise irgendwie die Luft raus.

"Salt" drosselt das Tempo dann wieder gehörig und entpuppt sich als anfänglich bittersüße Ballade, die zum Ende hin aber doch noch mit mehr Instrumental-Integration aufwartet, Selbiges bei "Autumn", dem zweitlängsten Track des Albums. Auch "Valkyrie" kannte man schon vor Album-Release und ist eindeutig der Ohrwurm auf "Rise Radiant", bei dem man spätestens beim zweiten Einsetzen des Chorus lautstark mitsingen muss und dabei ruhig davon träumen darf, zu diesem Song in naher Zukunft in einen Live-Chor miteinzustimmen. Der längste und zugleich letzte Track "The Ascent" startet direkt mit Wahnsinns-Chorus und durchläuft mehrere Tempophasen. Ein packender Song und grandioser Abschluss eines erneut starken Albums der Australier, dem trotz all der guten Momente doch irgendwo das gewisse Etwas fehlt.

Natürlich werden durch die ständigen Wechsel die Phasen der gewählten Thematik widergespiegelt, allerdings tut dies dem Drive nicht immer gut. Wo einen gerade noch einnehmende Passagen abholen, wird plötzlich wieder in ruhige Klanggebiete abgebogen. Auch schön, zumal man der wunderbaren Stimme von Jim Grey auch mit reduzierter Instrumental-Begleitung gerne zuhört, allerdings führt das eben auch zu einer leichten Begeisterungs-Drosselung.

Fazit: Mal mitreißend-wild, mal wunderschön-berührend mit Gänsehautfaktor zeigen sich CALIGULA'S HORSE auf "Rise Radiant" und schaffen damit viele einnehmende Momente, der Mangel an Experimenten im Sound wirkt aber eher wie eine Zusammenfassung all dessen, was sie sich über die Jahre angeeignet haben. Das Quintett glänzt zwar durchaus wieder mit einem Überangebot an Können und Songwriting-Finesse, eine Besonderheit fehlt dem Album letztendlich aber doch, um als nächster großer Wurf der Australier zu gelten.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Angelika Oberhofer (19.06.2020)

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