HOUSE OF LORDS - New World - New Eyes

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VÖ: 12.06.2020
Bandinfo: HOUSE OF LORDS
Genre: Hard Rock
Label: Frontiers Records
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Lineup  |  Trackliste

HOUSE OF LORDS dürften mittlerweile zu den dienstältesten Bands der Frontiers-Melodicrock-Garde zählen, die kontinuierlich spätestens alle zwei bis drei Jahre mit einem neuen Album um die Ecke biegen. So stellt "New World - New Eyes" bereits das zwölfte Studioalbum der fleissigen Combo um James Christian dar.

Die Besonderheit bei "New World - New Eyes" ist die Tatsache, dass diesmal zusammen mit Songwriter-Legende Mark Spiro bei den meisten Songs zusammengearbeitet wurde. Die Songs sind wieder etwas mehr keyboardorientiert ausgerichtet.

Auch wenn ich Gefahr laufe mich zu wiederholen: Wie bei so vielen Frontiers-Produkten krankt auch das neue HOUSE OF LORDS-Album am (Vorab-)Sound. Ob dies auch das Endprodukt betrifft kann ich nicht abschliessend beurteilen. In letzter Zeit eiern die Streams und die Downloadqualität ist unter aller Kanone. Da das Ganze auf youtube doch leicht anders klingt hoffe ich mal, dass es "nur" an der mauen Vorabversion liegen kann. Kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen, dass man so etwas als Review-Grundlage versendet. Da schneidet man sich doch ins eigene Fleisch. Ist es wirklich zuviel verlangt, einigermaßen passabel klingende Soundfiles zum Download bereitzustellen? Angesichts des nicht gerade mehr teuren Speicherplatzes doch an sich kein Problem sollte man meinen.

Aber lassen wir mal den Sound beiseite (so schwer das bei einem Review auch fällt) und kümmern uns um die elf Songs des neuen Werks.

Die ursprünglich geplante Songreihenfolge von "New World - New Eyes" begann mit "Change (What's It Gonna Take)", der nunmehr an zweiter Stelle steht. Jetzt steht der bluesig gehaltene Titelsong an erster Stelle. Ich muss zugeben, beide Songs sind nicht gerade die besten der Scheibe und leicht unglücklich gewählt als Einstiegsduo. Die Stücke sind nicht gerade mitreissend und insbesondere "Change" ist doch eher ein Skip-Song, der mit seinen "Oh-Oh's" auf Dauer leicht nervt.

Fahrt nimmt die Scheibe erst mit dem dritten Song "One More" auf. Eine schicke Uptempo-Hymne, die zum Besten gehört, was die HOUSE OF LORDS in ihrer Discographie anzubieten haben. DER Höhepunkt des neuen Albums. 

"Perfectly (You and I)" ist die erste Ballade, die mich nicht sonderlich vom Hocker reisst. Die Vocal-Performance ist das Beste an dem Stück, das ansonsten eher vom Reißbrett stammt.

                  

"The Both Of Us" schlägt in dieselbe Kerbe wie "One More", Uptempo und mitreißend mit einem guten Refrain ausgestattet. Hervorragend!
"Chemical Rush" ist etwas poppiger ausgelegt, kann aber auch auf der Habenseite verbucht werden, ein netter AOR-Track mit schönen Riffs von Jimi Bell unterlegt. 

               

"We're All That We Got" wäre ein guter Song, der aber durch die "Ah-Ah-Ahs" im Refrain auf Dauer doch leicht runtergezogen wird. Ansonsten eine nette Mainstream-Nummer.

"Better Off Broken" ist auch eher ein überflüssiger Track, ganz nett gemacht aber nicht weiter herausragend.  Bei "$5 Bucks Of Gasoline" handelt es sich leider auch nur um einen Füller, der zwar eine etwas härtere Ausrichtung als die vorherigen Songs hat aber nicht sonderlich aufregend klingt, insbesondere der enttäuschende Refrain provoziert hier die Betätigung der "Forward"-Taste.

Mit dem etwas Boogie-betonten "The Chase" geht die Qualitätskurve wieder leicht nach oben, ehe der Rausschmeisser "The Summit" HOUSE OF LORDS noch einmal in ihrer rockigsten Version zeigen. Ein würdiger Abschluss-Song.

Fazit für mich: "New World - New Eyes" hat Licht und Schatten. Neben den beiden Übersongs "One More" und "The Both Of Us" haben sich leider auch ein paar Füller eingeschlichen. Für den vorliegenden Sound würde es auch gehörig Punktabzug geben. Da sollten sich die Verantwortlichen einmal etwas überlegen und ihren Bands nicht durch scheppernd klingende Vorab-Downloads schaden. Ich lasse das nochmal außen vor und komme auf knappe 3,5 Punkte für die neue HOUSE OF LORDS Scheibe.

 

 

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Martin Weckwerth (23.06.2020)

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