PESSIMIST - Holdout

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VÖ: 26.06.2020
Bandinfo: PESSIMIST
Genre: Thrash Metal
Label: MDD
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Meine erste Begegnung mit der deutschen Thrash-Kriegsmaschine PESSIMIST hatte ich 2013 mit dem Zweitwerk "Death From Above", das bei mir im wahrsten Sinne des Wortes einschlug, wie eine Bombe! Umgehend wurde demzufolge auch das Debüt "Call To War" (2010) getestet, für gut befunden und in die Sammlung einverleibt. Und dann begann die schier endlose Zeit des Wartens auf neues Material.

Nach nunmehr sieben Jahren haben sich die fünf Herren aus Weil am Rhein erbarmt und legen mit "Holdout" ihren dritten Longplayer vor. Und das neue Album ist ein echtes Brett!

Bereits im Opener "Landsknecht" gibt es sattesten Thrash Metal voll auf die Zwölf! Fette Riffs, brachiale Power und wütende Shouts zeigen dem geneigten Hörer direkt, wohin die Reise auf "Holdout" gehen wird. Im Mittelteil des ersten Stückes treten PESSIMIST rigoros auf die Bremse, was diesen Abschnitt aber umso intensiver macht und den Sound sich geradezu in die Gehörgänge hinein walzen läßt. Im Schlussdrittel zieht das Tempo kurzeitig wieder an, ehe "Landsknecht" fast melancholisch ausklingt. Und diese musikalische Vielfalt setzt sich über die gesamte Laufzeit des Albums fort. Es gibt keinen einzigen Song der nur schnell, nur Midtempo oder nur schleppend daherkommt. Immer wieder machen intelligent gesetzte Breaks und melodische Einsprengsel sowie der extrem variable Gesang, von martialischem Brüllen über tiefe Growls bis hin zu exzellenten Gangshouts, die einzelnen Stücke abwechslungsreich und spannend. Langeweile? Fehlanzeige!

Lyrisch herrscht natürlich das Thema Krieg vor, allerdings glorifizieren die Texte diesen nicht, sondern setzen sich vielmehr kritisch mit der Materie auseinander.

Es gibt auf dem neuen Album keinen schlechten Song, dafür aber umso mehr gute und sehr gute Tracks. "Roaring Thunder", "Kill & Become" oder "Mountain Of Death" sind genauso gelungen, wie der Opener. Absolute Highlights stellen allerdings der kongeniale Titelsong, das einen Hauch von SLAYER-Atmosphäre versprühende "Death Awaits" und der knapp elfminütige Übersong der Scheibe, "7:28" dar, der sämtliche Facetten des musikalischen Könnens der Band beinhaltet und definitiv das Zeug zum Klassiker hat!

 

Fazit:

Die lange Zeit des Wartens hat sich absolut gelohnt. Auf dem aktuellen Longplayer präsentieren sich PESSIMIST in absoluter Hochform. Die Band kreiert ihren ureigenen Stil innerhalb der Genregrenzen und hin und wieder auch darüber hinaus. "Holdout" klingt oldschoolig und modern zugleich, und zu keiner Zeit künstlich oder nach Plastik. Der Sound ist herrlich brachial und roh, dabei aber glasklar. Kompliment an Christoph Brandes für seine grandiose Arbeit an den Reglern.

Abschließend bleibt zu hoffen, dass PESSIMIST sich nicht wieder sieben Jahre bis zur nächsten Veröffentlichung Zeit lassen. Denn mit so erstklassigem Material dürfen uns die deutschen Thrasher gern öfter beglücken!



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Ernst Lustig (26.06.2020)

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