EPOCH'S RUIN - Epoch's Ruin

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VÖ: 21.06.2020
Bandinfo: EPOCH'S RUIN
Genre: Drone Metal
Label: Eigenproduktion
Hören & Kaufen: Amazon
Lineup  |  Trackliste

EPOCH´S RUIN haben ihr selbstbetiteltes Debut frisch veröffentlicht und momentan weiß man über sie (oder ist es ein Einmannprojekt?) nur, dass sie (zum Teil?) in Dänemark, Kopenhagen, um genau zu sein, ansässig sind (Stand: Juni 2020).

Zu ihrer musikalischen Ausrichtung listen sie auf Bandcamp das "Drone"-Genre vor "Stoner Metal" auf und haben glücklicherweise ihre Okkult angehauchten Lyrics hochgeladen, was heute ja keine Selbstverständlichkeit zu sein scheint. (Wenn sich Bandmember zu ihrer Person mysteriös präsentieren oder gar vollkommen anonym bleiben, was hier aber sicherlich nicht zutrifft, da zumindest ein Name und ein Foto existieren, ist es das Selbstbestimmungsrecht der Künstler. Wenn aber die Songtexte fehlen, wirkt das gern mal wie eine Mischung aus Faulheit und Geringschätzigkeit gegenüber dem Konsumenten.) EPOCH´S RUIN verlangen Neugierigen auf jeden Fall einen exquisiten englischen Wortschatz ab oder eben den Einsatz von Übersetzungshilfen.

Die Gesamtspielzeit von "Epoch´s Ruin" beträgt leider magere 24:10 Minuten, was verständlich ist, wenn man in Eigenregie, mutmaßlich mit kleinem Budget, ein musikalisches Werk erschafft, aber es sollte gestattet sein, zu sagen, dass sechs weitere Minuten Hörgenuss wünschenswert gewesen wären. Was mir beim Hören sofort in den Sinn kam, war John Milius´ 1982er Verfilmung von Robert E. Howards "Conan The Barbarian". Für die Vertonung dieses Gesamtkunstwerks erhielt der famose Komponist Basil Poledouris die Anweisung, den Score so zu gestalten, dass er möglichst fernab jeglicher christlicher Einflüsse erstrahlen mag. EPOCH´S RUIN erzeugen ebendiese prähistorische Atmosphäre (selbstverständlich ohne Poledouris´ enorme Raffinesse zu erreichen). Nicht nur die Komposition, sondern auch die ungewöhnliche, aber überaus angenehme Stimme und Stil des Sängers tragen dazu bei.

"Hex", der erste Song, transportiert große Energie - die Nackenhaare richten sich einem auf, als würde man auf einen elektromagnetischen Berg zureiten und ahnen, dass man bei Ankunft namenlosem Grauen gegenüberstehen wird. Es ist wie die freiwillig angetretene Reise zu einem Ort, dessen Namen andere nicht einmal in den Mund nehmen.

"Dearth", der zweite Song fühlt sich an, als sei die Sonne untergegangen und die Sterne am Himmel erwacht. Die Dauer der Reise hätte den Reisenden in einen hypnotischen Zustand versetzt, er spüre aber fast eine warme Geborgenheit in der Zuversicht, bald am Ziel anzukommen.

"Wake" heißt das dritte Lied und EPOCH´S RUIN bereiten den Weg zum Showdown so herrlich wie es nur geht. Die "Narration", ist man gewillt zu sagen, also Aufbau des Liedes, beweist einmal mehr das Händchen der Dänen für dichte Atmosphäre. Aus dem anfänglichen traumartigen Soundscape, der Phantasmagorie, entwickelt sich absolut natürlich ein Kriegsmarsch, dessen Qualität wirklich Fragen zur Biografie der Musiker aufwirft. (Vielleicht findet sich bald eine Gelegenheit zur Stormbringer-Recherche.)

"Purge" überrascht mit einem melancholischen Touch und der Ahnung, dass man sich bereits auf dem Rückweg befindet. Die Schlacht ist bereits geschlagen - den schrecklichen Ort verlassend, ohne Freude über den Sieg zu verspüren, der Körper geschunden, durch die langen Strahlen der aufgehenden Sonne ausgelöst, blitzen Erinnerungsfetzen der schrecklichen Ereignisse vor seinem geistigen Auge auf. Das erlebte Grauen ist noch zu frisch, um an ihm zu reißen, aber es werden weitere Nächte kommen, in denen es sich entfalten kann.

Herrlich...

So etwas bekommt man selten zu hören, es ist absolut fantastisch und ich nehme mir die Freiheit zu sagen: Seid keine Schmocks, entrichtet bei Wohlgefallen, falls ihr finanziell gut aufgestellt seid, den nötigen Dukaten an die Band. Das feine Werk kostet als Digital Download keine 3€! (Ich will!)

Zum Schluss soll eins klargestellt werden: Das ist keine Zusammenfassung des Album-Inhalts gewesen, sondern ein Bericht, wie der bearbeitende Stormbringer-Redakteur das Werk von EPOCH`S RUIN erlebt, welche Bilder und Emotionen er während des Hörens durchlebt hat.

Kommen wir also zur Wertung, aber was sind schon Bewertungssysteme?

Ist 5 besser als 3, oder Drei doch besser als Fünf? FÜNF? oder DREI?

dReI¿ fÜnF¿

¿dReIFüNf?

?DrEifÜnF¿

d????

f¿¿¿¿

¿?¿?!

 



Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: Daniel Hadrovic (09.07.2020)

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