SET TO REVOLT - In'Vade

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VÖ: 01.05.2020
Bandinfo: SET TO REVOLT
Genre: Hard Rock
Label: 7hard
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Lineup  |  Trackliste

Das Intro des neuen Albums von SET TO REVOLT schreit geradezu nach Epos. Mit “In´Vade” kann man sich richtig vorstellen, wie dazu in einer Filmszene der Rammbock ausgepackt wird und dann die Festung gestürmt wird. Aber der fast schon orchesterhafte Pauken- und Streichersound weicht einem anderen Saiteninstrument: der guten alten Gitarre. Die Kriegserklärung des Intros weicht einem Schrei: “We Are Coming In Peace”. 

Danach folgt vor allem der typische Hard Rock Gitarrensound, der das Album prägt. Besonders Retro-Herzen werden den klassischen Übergang von einem Song in den anderen mögen. Diejenigen, die wieder Schallplatten sammeln und diejenigen, die es immer noch tun, treffen sich, wenn “Leave Me Alone” gegen Ende Richtung Akustik ins Sanftere wechselt, um zu dem zu kommen, was vermutlich die Ballade auf dem Album ist. Nur, dass sich “Unexpected Journey” nicht hundert Prozent als Ballade festnageln lässt. Doch besonders der flüssige Übergang von einem Song in den anderen ist das, was aus einem Album ein Album macht und nicht nur eine zufällige Aneinanderreihung von Songs. Viel zu häufig hört man ein Album auf Shuffle anstatt der Story des Albums zu folgen, Song für Song. Aber die Ballade des Albums fällt aus dem Rahmen, denn sie bietet Zeit für Schlagzeug und Bass zu glänzen. Ungewöhnlich, aber der Mix funktioniert.  

Besonders im darauffolgenden Song “Ready To Go” kommt der Bass zur Geltung: irgendwie groovy und eingängig. Doch gerade, wenn man denkt, dass dem Album an einigen Stellen das ‘hard’ aus dem Hard Rock fehlt, kommen Gitarre und Schlagzeug zur Rettung. Alles in allem ganz klassisch, die Texte eignen sich für Festivals: Nach einer Minute kann vermutlich jeder mitsingen. An sich keine schlechte Eigenschaft, doch irgendwie ist besonders die zweite Hälfte des Albums recht nichtssagend. Standard, wie man ihn im Hintergrund laufen lässt, aber nicht so richtig zuhört.  

Herausstechend wird es erst wieder ganz am Ende, “Spit In Your Face” erinnert irgendwie an Two-Face aus Batman. Immer wieder kommen etwas härtere Einlagen, die den Song interessanter machen, als er es ohne wäre. Das Seichte wird immer wieder aufgebrochen, die verbrannte Hälfte von Two-Face kommt zum Vorschein. Doch das Ganze zieht sich, obwohl der Song nur fünf Minuten lang ist. Belohnt wird man zum Ende mit einer Mischung aus Schlagzeug und Bass, was wohl das orchestralische Intro spiegeln soll, was jedoch nicht vollends gelingt.  

Alles in allem, ein solides Album mit interessanten Momenten, die gerne etwas länger und energetischer sein könnten. Von diesen geht leider zu viel im Standard unter.  

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Franziska Anson (09.07.2020)

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