SUPERNAUGHTY - Temple

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VÖ: 20.05.2020
Bandinfo: SUPERNAUGHTY
Genre: Stoner Rock
Label: Argonauta Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Stellt euch mal vor, ihr trefft euch mit Freunden und stellt dann bald fest, dass ihr ziemlichen Hunger habt. Ja, was soll man sich jetzt bestellen, was soll man nur konsumieren? Da sagt unter euch plötzlich einer: "Ach kommt, Leute... Jeder von uns weiß doch, was gut schmeckt. Wir machen uns selbst was Feines!"

Kaum hat er das ausgesprochen, da schwärmt der erste: "Ich hab vor zwanzig Jahren einen genialen Auflauf in einem 5-Sterne-Restaurant gegessen. Ich weiß noch genau, wie er geschmeckt hat! Vielleicht krieg ich die Kartoffeln nicht ganz so gut geschnitten und bestimmt hatten die Köche damals bestimmte Handgriffe gekannt, um das Beste rauszuholen, aber unser Auflauf wird auch ohne die Extras gut werden."

Da erinnert sich der nächste an den Auflauf seiner Mutter und er meint, das gewisse Etwas beisteuern zu können.  Zwar weiß er das exakte Procedere nicht mehr, aber bei seiner geliebten Mutter waren Ananas und Curry dabei! Und so stößt einer nach dem anderen in den Kochbund, um seine Einflüsse in das Menü einzubringen. Das Resultat davon wird doch niemals überzeugen können, oder?

Die Italiener SUPERNAUGHTY sind es vielleicht ähnlich angegangen, als sie "Temple" zusammenstellten. Sie haben sich für heißen Wüstensand als Basis entschieden und begannen gekonnt, mit munter eingestreuten Tönen, Reminiszenzen aufzuwecken. Es ist erstaunlich, wie viel Einflüsse man herauszuhören glaubt, wenn die heiße Platte zu rotieren beginnt: Schon von Beginn an erkennen die Geschmacksknospen, dass ein leichter KYUSS Räucherflavour das Gericht durchzogen hat und je näher man sich der knusprigen Kruste nähert, desto intensiver kommt er zum Vorschein. Aber auch andere Aromen strömen signifikant, aber unaufdringlich aus: ALICE IN CHAINS, SOUNDGARDEN, TOOL... Von all den Großen des letzten Jahrhunderts ein Bisschen. Die Stimme des Sängers Angelo Fagni klingt authentisch, aber unaufdringlich, die Gitarren surren mit überspannten Saiten und das Schlagzeug bangt - mal ehrlich, sind wir es nicht alle leid, dass es heutzutage gängigerweise in Großproduktionen so kaputtgemixt wird, dass es wie Mikado-Stäbchen auf einem Nutella-Deckel klingt? Und dann noch dieses schöne Artwork! Nein, wer in Italien großgeworden ist, lässt sich so schnell nicht lumpen. "Temple" ist eine homogene Masse geworden, die sich genüsslich wegspachteln lässt. SUPERNAUGHTY haben ihre Küche definitiv im Griff. Applaus!



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Daniel Hadrovic (07.07.2020)

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