JERKY DIRT - Fragments

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VÖ: 04.06.2020
Bandinfo: JERKY DIRT
Genre: Stoner Rock
Label: Eigenproduktion
Hören & Kaufen: Amazon
Lineup  |  Trackliste

Dies ist die Stimme des Widerstandes. Die großen Medien haben uns den Zugang zu guter Musik gekappt - aber was sage ich da, sie haben uns den Zugang zu jeglicher Musik gekappt, auch zur beschissenen. Kennt irgendwer von euch in gängigen Programmen eine Musiksendung? Nein? Ja warum wohl? Sie wollen uns Konsumrobotern das Maul mit Gütern stopfen statt unsere Ohren mit Sounds. Was meint ihr, warum die Geburtenrate zurückgeht? Weil wir zwar pausenlos ans Bumsen denken, uns aber der Rhythmus fehlt, um unsere Stimmgabeln in der Hose ins Vibrieren zu versetzen und ein romantisches Gefühl mit dem Akt zu verbinden. Ja, richtig - du da hinten, der gerade an der ekligen Fanta Mandarine nuckelt: Das ist eine Doktorarbeit! RAUS AUS MEINEM KLASSENZIMMER! Häng dir ´ne Arschglocke um den Hals, damit wir wissen, wenn sich ein Depp nähert! TSCHÜSS!

Nicht mit uns, Freunde. Wir haben längst erkannt, dass uns irgendwelche Schweinepriester den Sound stehlen wollen, wie die Grauen Herren die Zeit. So, schlagt jetzt Seite 22 in eure Metal-Bibel auf: "Fragments". Wie so viele andere, es muss sich um Abertausende handeln, rocken DIRT JERKY Tag um Tag weiter, obwohl der Weltmusikeindämmungskongress Desert Rock und Grunge für tot erklärt hat!

Wir haben den Eintritt ins Zeitalter der Musikselbstversorgungspflicht gar nicht wahrgenommen, weil guter Shit Medienverbot hat. Wir haben ihnen anfangs abgekauft, dass es an fehlenden fähigen Bands liegen würde, aber begebt euch doch nur für zehn Minuten auf die Suche! Es ist alles da und mehr davon als je zuvor! Alle Genres werden im Underground bedient, nur will man sie uns vorenthalten.

Heute sind wir zwar wieder in der Sahara unterwegs, weil ich dank der Stormbringer-Plattform meinen Gelüsten frönen kann, aber es wird weitere Gelegenheiten geben, euch andere missachtete und verleumdete Genres näherzubringen. DIRT JERKY hat jedenfalls den Flow der ersten Wüstenstunde und wer sich ausgiebig mit mir sonnen will, der sollte ausreichend Flüssigkeiten mitbringen!

"Fragments" startet mit dem stummen "Terrorhawk", zerklopft euch daraufhin das "Emeralde Eye", auf dass ihr "Sleep" findet, bis euch in eurer Hilflosigkeit der "Juggernaut" verschlingt, da euch der "Resolve" gefehlt hat, und ich sage euch, es ist ein "Slow Burn" ins "Delirium", ihr seid nur noch "Fragments". Stimme geil, Sound geil, weil das Album nicht zu einem Spiegelei kaputtpruduziert wurde, sondern euch das Ohrenschmalz wie ein trockener Ast in der Rotation wegsemmelt. Dieses melodiöse Album hätte einige Jahre früher ganz schön eingeschlagen. (Tatsächlich haben DIRT JERKY 2018 und 2019 bereits Alben rausgehauen. Checkt sie auf Bandcamp.)

Wollt ihr einen Tipp? Kauft euch zuerst das Album hier und dann irgendeine alte, günstige Schrottkarre, die ihr vollkotzen könnt. Schnappt euch irgendwen zum lieben und ab. In meinem Klassenraum zählen keine Noten, sondern der Flow. Wer bessere Noten will, der nimmt sie sich einfach.

FUCK YOUR MAINSTREAM-COUCH!!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Daniel Hadrovic (05.07.2020)

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