BURY TOMORROW - Cannibal

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VÖ: 03.07.2020
Bandinfo: BURY TOMORROW
Genre: Metalcore
Label: Sony Music Entertainment
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Lineup  |  Trackliste

Eigentlich sollte uns das neue BURY TOMORROW Werk schon vor Monaten beglücken, doch aufgrund der Corona-Krise entschied man sich dazu, den Release in den Juli zu verschieben. Die geplanten Shows wurden abgesagt, doch mittlerweile gibt es neue Termine für 2021, also hoffen wir das Beste. Nun aber dürfte jeder geneigte Fan "Cannibal" in den Händen halten bzw. konsumiert haben, denn seit dem 03. Juli ist das Teil endlich für jedermann zugänglich. Der Vorgänger "Black Flame" gilt unter Fans als der vielleicht beste Release, den die nachwievor sehr junge Truppe bisher released hat und allein der Titeltrack avancierte wohl zum Fan-Liebling. Jetzt bekommen wir es also mit "Cannibal" zu tun, das visuell schon mal mit einem interessanten Artwork zu punkten weiß. Thematisch soll das Album sehr persönlich sein, wie uns Vocalist Daniel Winter in einem Interview verraten hat.

Und die Musik? Die tritt in Form von "Choke" als erstes in Erscheinung und hinterlässt quasi ein Feld der Zerstörung. Das melodische Riffing übernimmt das Ruder, wird aber schnellstens von Daniels markanten Screams "unterbrochen" und mündet in einem wuchtigen Feuerwerk. Die Strophen werden von vielen Tempowechseln dominiert und Daniel zeigt einmal mehr, wieso er zu den besten seines Fachs gehört. Die Cleans in der Hook reißen mich dann endgültig aus dem Sessel, denn das Gespür für diese energetische Melodie ist großartig und Jason Cameron ein absoluter Gott an den Cleans. "Choke" mausert sich schon zum Album-Liebling, noch bevor die weiteren Tracks eine Spur hinterlassen konnten. Der Titeltrack kann dieses Energielevel leider nicht halten und wirkt in jeglicher Hinsicht etwas gebremst. Nicht, dass jeder Track mit so einer brillianten Kombi aus Brutalität und Melodie daher kommen muss wie der Opener, doch irgendwie will der Titeltrack nicht zünden, denn auch die Hook nehme ich eher beiläufig wahr und so verläuft der Spaß ein wenig im Sande. "The Grey (VIXI)" trumpft vor allem mit seiner groovigen Herangehensweise auf und zeigt des öfteren einen fliegenden Wechsel zwischen Daniel und Jason. Die beiden resonieren wahnsinnig gut miteinander und dieser Song ist ein Paradebeispiel dafür. "Imposter" beeindruckt mit den schnell und kompromisslos vorgetragenen Strophen, wo am Ende eine wirklich lohnenswerte Hook auf uns wartet, die Jason mit viel Energie an uns heranträgt. Gerade die vom Tempo her entschleunigte Variante gen Ende wertet den Song nochmal auf und zeigt die Variabilität der Band, die sich soundtechnisch zwar nicht in andere Gefilde traut, aber in gewohntem Umfeld Stärken ausspielt. "The Agonist" weiß mir vor allem durch den fast schon leidenden Sound (in emotionaler Hinsicht) zu gefallen, wohingegen "Quake" zwar durch die vertauschten Rollen ganz interessant wirkt (Jason in den Strophen, Daniel in der Hook), am Ende aber Höhepunkte vermissen lässt. "Gods And Machines" ist nochmal als absolutes Highlight herauszustellen und punktet mit einem wunderbaren Doppel-Chorus, der einen spektakulären Tempowechsel initiiert. Leider wird genau das in der zweiten Hälfte des Songs komplett fallen gelassen und verliert dadurch jegliche Dynamik.

Ihr seht schon, "Cannibal" ist ein in sich geschlossen gutes Album geworden, dem manchmal der letzte Punch fehlt. Man orientiert sich vom Sound her sehr stark am Vorgänger, der aber in einem heutzutage eher limitierten Genre mit qualitativ absolut hochwertigem Songwriting bis auf die letzte Millisekunde zu überzeugen wusste. Diese kleinen Details gehen auf "Cannibal" hier und da verloren und lassen uns am Ende des Tages ein gutes Album übrig, das aber eben nicht den Sprung zu überragend schafft. 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Sonata (08.07.2020)

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