MADSEN - Lichtjahre Live

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VÖ: 21.02.2020
Bandinfo: Madsen
Genre: Pop
Label: Arising Empire
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Lineup  |  Trackliste

Corona, Konzertentzug, verlorener Sommer – die Musikwelt sieht zugegebenermaßen momentan ziemlich düster aus. Spätestens jetzt müssen wir uns eingestehen, dass irgendetwas fehlt und ein Jahr ohne Festivals extrem öde ist. Umso besser, dass zahlreiche Interpreten uns einen kleinen Trost mit Livealben zu spenden wollen, so wie das Quintett von MADSEN mit „Lichtjahre Live“.

Doch wer steckt da eigentlich dahinter? Wenn man von MADSEN spricht, kann man schon fast sagen, dass es sich hierbei um eine Familienbande aus dem beschaulichem Wendland (Niedersachsen) handelt – den drei, der fünf Gründungsmitglieder sind Brüder (daher auch der Bandname), welche schon seit ihren Kindheitstagen für die Musik leben.

Musikalisch ist die Truppe schwer einzuordnen – die einzige Konstante in ihrem Stil ist ihre Variabilität. Von radiofähigen Hymnen, über wilden Indie-Rock bis hin zu aussagekräftigen Punkscheiben ist alles vertreten. Dass es nicht nur in der Musikwelt gerade düster aussieht ist ja schon länger bekannt, deshalb endet das politische Engagement der Band nicht bei den Texten, sondern geht über Demoauftritte, Fernsehauftritte gegen Rechtsradikalismus und einer Kooperation mit ZSK für das Filmprojekt „Kein Bock auf Nazis“ hinaus.

Doch was bietet das aktuelle Album „Lichtjahre“ den Hörerinnen und Hörern? Eins vorweg: Man bekommt das volle musikalische Repertoire der Gruppe auf die Ohren, welches von einem großartigen Konzertfeeling untermauert wird. Bereits das Intro lässt Erinnerungen an gefüllte Stadien hochkommen. Nur kurze Zeit später kommt auch schon mein persönlicher Favorit „Sirenen“ – ein Song, welcher mit gewaltiger Power zum Nachdenken über die Weltgeschehnisse anregt, zeitlos, ohrwurmreif und einfach immer angebracht, vom Gitarrensolo ganz abgesehen. Ein ebenfalls sehr gelungener Song ist „Leuchttürme“ der ruhig, aber doch unglaublich kraftvoll einschlägt und welcher, vor allem als Live-Version, leichte KRAFTKLUB Vibes hinterlässt. Nur zwei Songs später wird man mit „Lass die Musik an“ in das Jahr 2012 zurückkatapultiert und bleibt mit einer Frage zurück: „Ist das wirklich schon acht Jahre her?“. Kurz bevor es zu Ende geht dürfen wir noch „Lichtjahre“ als Akustik Version hören und werden mit dem Song „Die Letzten“ heimgeschickt (natürlich nur metaphorisch).

Doch für wen lohnt sich das Reinhören in die Liveversion von „Lichtjahre“? Man kann schon fast sagen für die breite Masse. Vom alt eingeschweißten MADSEN Fan, über Poppunkliebhaber der späten Zweitausender, bis hin zu jemanden der einfach wieder einmal gerne das Gefühlt hätte, in einem gefüllten Stadium zu stehen.

Fazit? Genau so etwas brauchen wir jetzt!

 



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Anna Buchbauer (10.07.2020)

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