CHRONUS - Idols

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VÖ: 22.05.2020
Bandinfo: CHRONUS
Genre: Hard Rock
Label: Listenable Records
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Lineup  |  Trackliste

Wer denn die Idols sind, die CHRONUS in ihrem neuen Album ansprechen, ist nicht so klar, aber das Ganze ist definitiv eine runde Sache, die sich sehen lassen kann. Wer zum ersten Mal die Stimme des Sängers Sebastian Axelsson hört, fragt sich, ob Ozzy Osbourne eine Verjüngungskur genommen hat und jetzt inkognito in Schweden lebt. Dass der erste Track dann auch noch “Mountains Of Madness” heißt, trägt zum ganzen Feeling bei. Ganz so verrückt sind die Berge dann allerdings nicht. Der Name des zweiten Songs “Heavy Is The Crown” geht über eine Shakespeare Anspielung hinaus, besonders das Intro weckt die Aufmerksamkeit und gibt einem ein Gefühl für den ganzen Song. Dieses Gefühl lässt sich allerdings nicht so ganz definieren und das scheint auch für das Album zu gelten, denn jeder Song bringt einen etwas anderen Aspekt zum Vorschein, trotzdem gehören alle merklich zum gleichen Album. Doch teils passen Titel und Song nicht so ganz zusammen, so wie bei “My Heart Is Longing For You”. Das Einzige, was hier eine sehnsüchtige Note anschlägt, ist die Gitarre. Die Stimme bleibt in ihrem Ozzy-mäßigen Ton und lässt wenig Emotionen erkennen.  

Ob man ein Fan von einminütigen Zwischentracks ist, bleibt jedem selbst überlassen, aber “Sun” glänzt mit seinen einfachen, aber starken Gitarrenklängen. Hier sieht man direkt die bebenden Verstärker auf einem Festival und fühlt den plattgetretenen Rasen unter den Füßen während einem der betrunkene Hintermann sein Bier in den Nacken schüttet. Trotzdem fragt man sich ein bisschen, was denn dieser Zwischentrack hier zu suchen hat. Zwischentracks ja, solange sie ihre Daseinsberechtigung haben. Also mehr als einen, um das Ganze zu stärken oder ganz rauslassen. In diesem Fall hätte ein weiterer sicher nicht geschadet. Dass nicht nur die Gitarre glänzen darf, zeigt der Song “Pharos”. Schlagzeuger Adam Kapusta darf beweisen, was in ihm steckt. Die Einfachheit der Melodie überzeugt. Schließlich wurden schon früher beim Militär Trommeln eingesetzt, um die Moral zu stärken. Denselben Effekt kann hier auch Kapusta hervorrufen, man könnte den Song glatt zum Workout hören.  

Zum Ende hin wird nochmal alles rausgekramt. Vor allem “Memories” zeigt mit einem schönen Crescendo, dass Lautstärke vor allem wirkt, wenn es einen Kontrast gibt. Dauerhaft laut kann schließlich jeder und das langsame Steigern verfehlt seine Wirkung genauso wenig, wie das Tempo, mit dem CHRONUS die Bühne verlassen. Rock kann doch so simpel sein. Und genau dieses Konzept geht auf, denn trotz seiner unterschiedlichen Facetten ist das Album eine runde Sache. Stimmlich vor allem für alle Ozzy-Fans ein Reinhören wert.  



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Franziska Anson (22.07.2020)

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