HIGH SPIRITS - Hard To Stop

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VÖ: 31.07.2020
Bandinfo: HIGH SPIRITS
Genre: NWoBHM
Label: High Roller Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Seit Multitalent Chris Black (DAWNBRINGER, PHARAOH, AKTOR) sich mit HIGH SPIRITS 2009 ein neues kreatives Betätigungsfeld gesucht hat, sind nun auch schon wieder einige Jährchen ins Land gegangen und "Hard To Stop" ist das mittlerweile vierte Studioalbum der, nun ja, Band trifft es nur bedingt, da Chris Black auch diesmal wieder alle Instrumente und Gesangsspuren in Personalunion eingespielt/eingesungen hat. Lediglich für die Liveauftritte gibt es ein seit Jahren stabiles Gastmusiker-Ensemble.

Grundsätzlich gibt es auf "Hard To Stop" nichts Neues zu vermelden. In bewährter Tradition und Klasse hat Chris Black mit neun Songs einen 35-minütigen Schmelztiegel aus NWOBHM, Heavy und Proto Metal sowie Classic und Hard Rock als auch jeder Menge Rock'n'Roll geschaffen. Die Stücke sind straight und schnörkellos, gehen meist direkt nach vorn und strotzen nur so vor coolen Hooks, traumhaften Twin-Leads und Mitsing-Refrains.

Ist man beim Lesen des Opener-Namens noch etwas irritiert, so lassen die ersten Takte bereits die Befürchtung vergessen, dass man hier in der nächsten halben Stunde die schönsten RUSS BALLARD/RAINBOW Schmachtfetzen um die Ohren gehauen bekommt. "Since You've Been Gone" ist ein herrlich speediger Singalong-Einstieg in das neue HIGH SPIRITS Langeisen! Das Ganze wird in einem wundervoll altmodischen, analogen, aber dank der Swanö-Produktion auch super heavy klingenden Sound präsentiert. Da lacht nicht nur das Herz des Old School Metal sondern auch das des Classic Rock Fans! "Restless" schlägt in eine ähnliche Kerbe, während "Face To Face" sich als Midtemposchmeichler mit exzellenter Gitarrenarbeit und großen Melodien entpuppt.

Auch "Hearts Will Burn" mit seinem swingenden Rhythmus und dem schmissigen Chorus ist ein Hit. "Voice In The Wind" ist zwar ein wenig klebrig geraten, tönt dabei aber so dermaßen retro und mit dieser einnehmenden, leichten Melancholie aus den Boxen, dass es eine Freude ist! GREETA VAN FLEET Feeling ist angesagt.

Auch "All Night Long" weiß durch schöne Gitarrenarbeit und eine eingängige Melodie zu gefallen. Lediglich "Midnight Sun" ist etwas blass geraten, da bleibt nicht wirklich etwas hängen, auch nach mehreren Durchläufen nicht. Dafür gibt es am Ende mit "Now I Know" noch eine punkig-fetzige MOTÖRHEAD Hommage. Der Albumschlusspunkt "We Are Everywhere" klingt so, als hätte sich Chris Black zur Aufnahme des Stückes die komplette THE RODS Crew ins Studio geholt.

Fazit:

Wer bei Chris Black nach Innovationen sucht, wird wohl eher nicht fündig werden. Wer dagegen den Sound der HIGH SPIRITS mag, der wird auch "Hard To Stop" lieben, denn der wissende Hörer bekommt genau das, was er erwartet, zu 100 % HIGH SPIRITS! Eingängigkeit, großartige, meist in einen Hauch Melancholie getauchte Melodien, persönliche Texte und einen warmen Retrosound. Das neue Album ist zwar relativ kurz (dafür aber sehr knackig) geraten, doch beim Rezensenten hat es "Hard To Stop" direkt nach dem ersten Durchgang als Dauer-Repeater in die A-Rotation geschafft.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Ernst Lustig (28.07.2020)

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