DAMNATION ANGELS - Fiber Of Our Being

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VÖ: 31.07.2020
Bandinfo: DAMNATION ANGELS
Genre: Symphonic Metal
Label: Massacre Records
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Lineup  |  Trackliste

Eins vorweg: Das vorangegangene Werk der Jungs von DAMNATION ANGELS, welches auf den Titel "The Valiant Fire" hört, erhielt vor rund fünf Jahren eine extrem schlechte Bewertung von mir und auch heute hat sich nichts daran geändert, dass ich jenem Werk rein gar nichts abgewinnen kann. In der Zwischenzeit wurde der Sänger getauscht und der gute Ignacio (kurz Iggy) Rodriguez hat das Ruder übernommen. Per widmet sich seither seinem Youtube Kanal, auf welchem er hauptsächlich Anime Songs covert. Im Dezember 2018 durfte ich DAMNATION ANGELS mit neuem Sänger live bestaunen und abgesehen davon, dass das Material live bedeutend besser inszeniert werden konnte, hat mich vor allem Neu-Sänger Iggy von den Socken gehauen. WAS für eine Kontrolle und Kraft in der Stimme! Grund genug, dem neuen Werk "Fiber Of Our Being" eine faire Chance einzuräumen und bei Null anzufangen.

Besserung in Sicht?
Was ich sofort feststellen konnte, ist die Tatsache, dass die Produktion einen wunderbaren vollen Sound ausfüllt, der mich von Anfang an zu begeistern wusste und schon den ersten Pluspunkt darstellt. Musikalisch verbleiben DAMNATION ANGELS im melodischen Progressive Metal mit vielen modernen und symphonischen Ansätzen. Dennoch schafft es bereits der Opener "More Than Human", mich bedeutend mehr in seinen Bann zu ziehen als das gesamte letzte Werk. Die druckvollen Drums in Kombination mit den Orchestrationen erschaffen einen tollen dynamischen Sound, der von Sekunde eins an funktioniert. Grundsätzlich ist der Opener ein sehr atmosphärisch angehauchtes Stück, das dennoch wie ein Kraftprotz wirkt, der Iggys Vocal-Künste sofort zu umschmücken weiß. "Railrunner" drosselt das Tempo merklich, animiert aber direkt zum Mitsingen durch die netten "Wohooo" Gesänge zu Beginn. Die balladesk beginnende Strophe wird durch melancholische Pianoklänge wunderbar hervorgehoben, ehe der Song wieder etwas mehr an Energie gewinnt und uns einen sehr hymnischen Chorus präsentiert, der begeistert. Zugegeben: Auch "Fiber Of Our Being" ist nicht in Durchlauf eins dieses eine Album, das dich nicht mehr loslässt. Es braucht den ein oder anderen Durchlauf, um die Atmosphäre gänzlich aufsaugen zu können, doch dann entfaltet es seine Stärke vollends. Also kein Rohrkrepierer wie "The Valiant Fire". Der Titeltrack gehört ohne jeden Zweifel zu den Highlights der Platte und auch hier gefällt mir die behutsame Herangehensweise der Jungs, die nach und nach mehr Elemente hinzufügt, um die Spannung hoch zu halten. Das gelingt in der ruhigen Strophe sogar so gut, dass der explosionsartige Refrain dann umso mehr zu begeistern weiß. Es wirkt alles so unscheinbar, aber gleichzeitig eben auch perfekt platziert und inszeniert. "Our Last Night" verfällt in balladeske Gefilde, wirkt aber alles andere als anbiedernd oder austauschbar. Auch hier gelingt der Truppe ein ganz starker Aufbau, der in einer emotionalen Hook mündet. "Rewrite The Future" wird von vielen mit den Worten "NIGHTWISH könnten es nicht besser machen!" vorgestellt und das kann ich ohne größere Worte bestätigen. Ein sehr druckvoller Song, wo die Orchestration einmal mehr das Heft in die Hand nimmt. Der dezente Chor in Kombination mit Iggy funktioniert bestens und hinterlässt somit ein weitertes Schmankerl. Mein persönlicher Favorit folgt mit "Fractured Amygdala", das von vorn bis hinten grandios präsentiert wird. Allein die dichte Atmosphäre zu Beginn mit den Pianoklängen erzeugt Gänsehaut, ehe der ganze Spaß an Fahrt gewinnt, nur um dann wieder in ruhigere Gefilde abzudriften. Der düstere Look steht dem Song extrem gut zu Gesicht und Iggy stellt unter Beweis, wie viel Varianz er zu bieten hat in seiner Stimme. Es sind ohnehin die vielen Tempowechsel respektive Die Abwechslung zwischen ruhigen und energetischen Parts, die diesen Song so stark machen und letztlich die beste Hook des Albums offenlegen. Große Kunst, was hier auf uns niederprasselt. "Greed And Extinction" ist erneut der perfekte Beweis, wie man einen Song einführt. DAMNATION ANGELS lassen uns mal wieder mit ruhigen Klängen auflaufen, ehe es fast schon power metallisch in schnelle Gefilde abdriftet. Der Refrain bietet eine interessante Struktur und wird von einer dynamischen Rhythmik getragen. Der Longtrack hat mir ein wenig die Schweißperlen aufgetrieben mit seinen zwölf Minuten, doch ich habe in den letzten Jahren selten einen Song erlebt, wo eben jene zwölf Minuten so schnell verfliegen. Hier vereinen die Jungs alles, was die vorangegangenen Songs so stark gemacht hat. Zum Runterkommen gibt es noch eine wunderschöne Ballade auf die Ohren und der nächste Spin ist bestimmt nicht weit...

Versöhnung pur!
Ihr seht schon, dass "Fiber Of Our Being" all das in mir wecken konnte, wozu der Vorgänger nicht in der Lage war. Es ist ein emotional dichtes Werk, das von hoffnungsvoller sowie düsterer Atmosphäre getragen wird. All das inszeniert durch viele kleine feine Details, die sich nach mehreren Durchläufen perfekt zusammenfügen. Iggy sagt mir persönlich noch mehr zu als der große Per Fredrik Asly, denn dieser Mann kann mit seiner Stimme gefühlt alles zum Leben erwecken. Instrumental ist das hier ebenfalls ein hochanspruchsvolles Album, auch wenn es im ersten Moment nicht so wirken mag. Manchmal ist es die "Einfachheit", die ein Album komplex macht. In diesem Sinne: Danke für dieses tolle Werk DAMNATION ANGELS!



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Sonata (31.07.2020)

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