BLUES PILLS - Holy Moly!

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VÖ: 21.08.2020
Bandinfo: BLUES PILLS
Genre: Hard Rock
Label: Nuclear Blast Records
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Lineup  |  Trackliste

Im Jahr 2014 haben BLUES PILLS mit ihrem Debütalbum, das ich mit etwas Abstand zwar als sehr gut, aber letztlich doch etwas überbewertet einstufen würde, mächtig Staub aufgewirbelt. Das darauf folgende „Lady In Gold“ präsentierte die Gruppe deutlich gereift, der Sound war wesentlich breiter aufgestellt und enthielt weniger Blues dafür mehr Psychedelic- und Soul-Elemente. Bis 2018 schien es für die Gruppe ausschließlich nach oben zu gehen, ehe es zum Bruch mit dem Gitarrenwunderkind Dorian Sorriaux kam, woraufhin es still um BLUES PILLS wurde.
 
Mit „Holy Moly!“ will die personell erneuerte Band an die bisherigen Erfolge anschließen, die Führungsrollen übernehmen nun Sängerin Elin Larsson und Neo-Gitarrist Zack Anderson (ehemals Bass). Während die stimmgewaltige Sängerin wie gewohnt glänzt, ist der neue, wuchtige Gitarrenstil von Zack Anderson eine deutliche Veränderung. Konnte sein Vorgänger Sorriaux mit verspielten Passagen glänzen, bringt Anderson die Gruppe zurück zu ihren Wurzeln und gibt ihr den Blues zurück. BLUES PILLS wirken heute entschlackt und auf das Wesentliche reduziert, beinahe als hätte der Guru Rick Rubin „Holy Moly!“ produziert und die Essenz der Band herausgearbeitet. Der Reboot nach zwei Jahren hat dem Elan der Gruppe hörbar gut getan, so kraftvoll und hitorientiert hat man BLUES PILLS noch nicht gehört: Erins bekannt grandioses Organ, fetzige Gitarrenriffs und eine druckvoll groovende Band präsentieren dem Hörer elf neue Songs. Die einzelnen Stücke haben durchwegs ein recht hohes Hitpotenzial, bemängeln kann man allenfalls die von der Dynamik her relativ gleichförmigen Kompositionen. Viele Songs lassen sich überspitzt gesagt auf ein zugegebener Maßen starkes Hauptriff und einen großen Refrain reduzieren, gegen Mitte des Stückes folgt ein effektives Generalbreak, ehe sich der Refrain stufenweise bis zur maximalen Orchestrierung aufbaut (Bsp. „Proud, Woman“, „Low Road“, „Bye Bye Birdie“). Dass BLUES PILLS auch anders können, beweisen die soulige Ballade „California“, das geheimnisvolle mit reichlich Nachtklub-Flair aufgeladene „Dust“ oder die funkige Abgehnummer „Kiss My Past Goodbye“. Auch ob der Gesang dermaßen im Vordergrund agieren muss, kann man berechtigter Weise diskutieren, meiner Meinung nach ist die Stimme von Erin Larsson ein Alleinstellungsmerkmal der Gruppe und muss ob ihrer Qualität so präsentiert werden.
 
BLUES PILLS konnten sich mit „Holy Moly!“ erneut steigern und werden ihre Hörerschaft sicherlich erweitern können. Oft wird das dritte Album einer Band als wegweisend für den weiteren Verlauf der Karriere gesehen und von diesem Standpunkt aus muss man BLUES PILLS eine glänzende Zukunft prophezeien.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Michael Walzl (21.08.2020)

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