EMBR - 1823

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VÖ: 17.07.2020
Bandinfo: EMBR
Genre: Alternative Rock
Label: Cargo Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits  |  Trivia

Ich hatte mir die Promo zu der mir vollkommen unbekannten Band EMBR bestellt, weil ich um halb drei morgens im Redaktionssystem fälschlicherweise gelesen habe: "Klarer Fall: die Jungs haben Zahnfleischentzündung!".

Von wegen... Dieser Spaß ist mir nicht vergönnt, denn der Originaltext lautet: "Klarer Fall: die Jungs haben einen Zahlenfetisch!"

Zahlen... Da fallen mir spontan nur Fünfer und Sechser auf irgendwelchen ausgestellten Papieren und Minusbeträge auf meinem Konto ein. Um den Spaß ist es übrigens allgemein schlecht beschieden, denn die Band aus den USA thematisiert zum Teil eine reale, anonyme Organspenderin, die mit ihrer Wohltätigkeit das Leben des EMBR Drummers Eric gerettet hat. Das Album ist somit auch der guten Seele und den behandelnden Ärzten des Vanderbilt Hospital in Nashville, TN gewidmet.

Das Erste, was mir beim Anhören von "1823" auffällt ist, dass ich es für mein persönliches Verständnis nicht klar in das von EMBR angegebene Genre Doom einordnen kann. Modern Metal, Alternative und Mainstream Gothic Metal kämen mir in den Sinn, bevor ich von Doom sprechen würde, aber das ist nur meine Meinung. Mit den teilweise griffigen Gesangseinlagen der Sängerin Crystal, dürfte "1823" vor allem jugendliche Metal Fans als Zielgruppe anvisieren, die sich keinen Genickbruchtod durch Headbanging oder ewige Gefangenschaft in einer defekten Kryokammer herbeisehnen. Mit dem Song "Prurient" beginnt das Album stark melodisch und erinnert ein ganz klein wenig an ältere leichtfüßige Werke, an denen sich LIV KRISTINE beteiligte. Die nachfolgenden Songs plätschern für meinen Geschmack zu beiläufig dahin, selbst wenn ich meine volle Aufmerksamkeit auf sie richte. Sicherlich gibt es Zuhörer, die diese Sorte Metal brauchen, um ein wohliges Gefühl in sich erweckt zu spüren, aber EMBRs Sound kann leider in Zeitlupe gefangene Deep-Doom-Kreaturen nicht tiefer in Katatonie versetzen.

Den zweiten großen Moment sehe und höre ich im letzten Song "Vines", der endlich handfeste Doom-Einflüsse aufweist und trotzdem EMBRs Handschrift trägt. Wie gesagt, lasst meine Worte nicht EMBRs Doom sein, sondern spielt "1823" Bekannten vor, die ihr für geeignet halten, damit sie mich ausschimpfen können.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Daniel Hadrovic (28.08.2020)

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