IGNEA - The Realms Of Fire And Death

Artikel-Bild
VÖ: 17.04.2020
Bandinfo: IGNEA
Genre: Symphonic Metal
Label: Kadabra Mu (Nonstop Music Records)
Hören & Kaufen: Amazon
Lineup  |  Trackliste

"Sheytanu Akhbar" von ihrem Erstlingswerk "The Sign of Faith" war der erste Song der ukrainischen Metal-Fünflinge IGNEA, mit welchem ich nicht nur einfach in Berührung kam, sondern von der Band überzeugt wurde. Ohnehin ein Fan von nahöstlichem/orientalischem Sound-Machwerk, fand die Kombination von kristallklaren, mit wenigen Spitzen behafteten Vocals, gemischt mit Growls sowie punktgenauem, aber nicht überstrapazierendem Riffing als Hauptbestandteile von IGNEA durchaus Zuspruch. Nun steht der Nachfolger bereits in den Regalen und bettelte regelrecht nach einer eingehenderen Prüfung, ob sich die Band auf ihrem neuen Release "The Realms Of Fire and Death" weiterhin auf ihre Säulen stützt oder diese am Ende teilweise oder vollständig eingerissen haben, um sich neu aufzubauen. 

Nachdem der Start der Truppe schon ein fulminanter war (der frühere Song "Alga" wurde im großen Stil mit Orchester aufgenommen, zudem können sich die Ukrainer auch schon eine Zusammenarbeit mit ex-ORPHANED LAND-Klampfer Yossi Sassi auf die Fahne schreiben) musste das Level an akribischem Fokus auf die Qualität der Musik beibehalten werden, sodass nun dementsprechend hohe Erwartungen an "The Realm Of Fire and Death" gestellt werden. Nun, gleich vorweg: Man wird keineswegs enttäuscht. 

IGNEA bleiben weiterhin ihren typisch gewordenen nahöstlich-orientalischen Elementen im Stil treu, welche stets eine gute Portion Dramatik mit sich bringen und die uns so geläufigen Tonalitäten auf interessante und energetische Weise zumindest im Ansatz aufbrechen, aber nicht übertrieben niederschmetternd und schwer eingesetzt werden.  IGNEA verstärken allerdings auf dem neuen Album den Einfluss von elektronischen Einheiten noch weiter, was den Sound in Teilen noch eine Ecke aufmüpfiger und aufreibender gestaltet - genau da, wo es gebraucht wird. Denn zwischendurch erfährt man auch Tracks, die allenfalls minimalistisch aufgebaut sind, aber Stimmung und Qualität kein bisschen zurücknehmen. Gestaltet auch von den großartigen weiblichen Vocals, die einerseits glasklar und sauber in angenehmen spitzenlosen Melodielinien trällern, ohne zu große Allüren zu versprühen und im nächsten Atemzug in bodenständige Death Growls münden. Und beides aus der gleichen Kehle. Alles in allem musikalisch ein überaus gelungenes Gesamtkonzept, das sich seit der ersten Scheibe noch einmal verfeinert, verbessert und durchdachter präsentiert. 

Hinzu kommt die textliche Komponente, hat die Band sich dieses Mal konzeptuell auch an kleine "Trilogien" gewagt, die jeweils drei Songs im Büdel erzählen. Teil auf Englisch, teils in der Landessprache gesungen, bietet dies genauso sehr Abwechslung und eine weitere interessante Note, wie auch die Tatsache, dass man weder das Konzept kennen noch den Text verstehen muss, um die Songs genießen und als gelungene Gesamteinheit genießen zu können. 

Alles in allem ein gelungenes Werk, das nicht zu überbordend-aufmüpfig ankommt und auch nicht zu intensiv zwischen verschiedenen Gangarten herumspringt. Zudem wird hier die Finger gelassen von zu exponierten Solo-Gängen, was den Sound im Gesamtbild glatter, aber auch in sich zusammenhängender macht. Alle Songs sind stimmig, kurzweilig und haben hohen Unterhaltungswert, gleichzeitig wird hier auf hohem Niveau Melodie mit Krach vermischt. Durchaus empfehlenswert.

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Lisi Ruetz (18.09.2020)

WERBUNG: Hard
ANZEIGE
WERBUNG: Pulse
ANZEIGE