NEROARGENTO - Circles

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VÖ: 18.09.2020
Bandinfo: NEROARGENTO
Genre: Industrial
Label: Rockshots Records
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Lineup  |  Trackliste

Einen Künstler mit anderen zu vergleichen ist ja so eine Sache, aber bei NEROARGENTO macht es mir wirklich viel Spaß. Jeder Song der neuen Platte "Circles" hat mich sofort an einen anderen Song aus vergangenen Zeiten erinnert. 
Beispielsweise an Titel von MARYLIN MANSON, LINKIN PARK, DAFT PUNK oder von PAPA ROACH. Aber das ist wohl gerade das, was den Sound von NEROARGENTO so einzigartig macht: Er passt in keine Schublade.

Aber gerade das führt auch zu Problemen, denn manche Titel wie "Here In The Cold" und "Shed My Skin" feat BRANDON ASHLEY von THE DARK sind dermaßen poppig, dass ich sie am liebsten komplett skippen wollte. Andere Tracks der Platte könnten aber schon fast auf ein Metalcore Album passen. Kurz gesagt: Die Platte hat viele gute Songs mit vielen Metal-Elementen, ruht sich zwischenzeitig aber immer wieder auf eingängigen, poppigen Melodien und simplen Songabläufen aus.

Aber immerhin wusste "Circles" mich immer wieder zu überraschen, wenn ich kurz davor war, die Platte komplett in die Emo-Ecke zu werfen. Warum mich das Album fast durchgängig an die gute alte Emo-Zeit erinnert hat, liegt aber nicht nur an dem Gesang, der immer wieder zwischen Screams und seichten Clear-Vocals wechselt. In fast jedem Titel geht es thematisch um Herzschmerz, wie schlimm die Welt ist und darum, nur an sich selbst zu glauben.

Wer auf elektronische Gesangsbearbeitung steht, fühlt sich hier auf jeden Fall wohl. Ich finde es etwas gewöhnungsbedürftig, aber auch beachtenswert. Immerhin ist NEROAGENTO immer noch ein Solo-Projekt von Alessio Neroargento. Er spielt nicht nur alle Instrumente selbst ein und produziert die Songs - durch die Bearbeitung des Gesangs zeigt sich seine Detailverliebtheit umso mehr. Jede Minute scheint genau durchgeplant und aufeinander abgestimmt zu sein. Durch die ganzen technischen Elemente wirken einige der Titel außerdem ziemlich abgespaced. Ist deswegen vielleicht ein Astronaut auf dem Cover zu sehen?

Bei dem einen oder anderen Titel kam mir auch schon der Gedanke, dass sich der Song sehr gut in ein Game wie DOOM oder zu einem Clip davon passen würde. Weit her geholt ist das nicht, da NEROAGENTO u.a. damit bekannt wurde, dass viele die Musik in Gaming oder Anime Clips nutzten. Auch auf dem Album "Circles" finden Gamer hier wieder genug passendes Material, vor allem mit dem Titelsong oder meinem Favoriten "Zen". Ein Song, der durch viele technische, instrumentale Spielereien auf der Häfte des Albums überrascht. "Zen" ist dabei der einzige komplett instrumentale Track auf der Platte.

Mit dem letzten Track "Outsiders" endet die Platte dann noch mit einem richtigen Brett. Lange Screams, Pig-Squeals und dazwischen smoother Clear Gesang - eben das komplette Paket für jede x-beliebige Core-Band. Davon hätte ich mir gerne mehr gewünscht. Alles in allem ist "Circles", abgesehen von ein paar schwachen Songs, aber eine interessante Platte. Ich wurde auf jeden Fall immer wieder musikalisch überrascht.

Die dritte Single-Auskopplung und damit das Video zum Titelsong von "Circles" gibt es hier zum Reinhören.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Sophia Brandt (18.09.2020)

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