NOW OR NEVER - III

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VÖ: 18.09.2020
Bandinfo: N.O.N. (former NOW OR NEVER)
Genre: Metal
Label: Crusader Records
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Lineup  |  Trackliste

N.O.N. die Dritte - genau genommen hießen sie mal NOW OR NEVER - und da ist es nun das dritte Album.

Wie zuletzt bewegen sich die schon etwas älteren Herren im klassischen Heavy Metal Bereich, ohne viel Schnick Schnack, gleichzeitig schaffen sie es aber, eine ruhigere Note rein zu bringen. Das ist nicht das einzige Neue - Neu ist auch noch der Sänger. Jo Amore wurde nämlich ausgewechselt und der Franzose Steph Honde - bekannt von HOLLYWOOD MONSTERS - hat das Mikro übernommen. Seine satte Stimme verleiht dem Metal noch mal eine andere Note und kommt vor allem bei den ruhigeren Stücken voll zur Geltung.

Die elf Nummern sind eigentlich nach Abzug des Intros nur zehn. Im Songwriting dominieren überwiegend Soli und Riffs, dahin geschrammte Gitarrenparts, ein typisch knackig gespieltes Schlagzeug, wummernde Bässe und natürlich gelegentliche Chorus-Einlagen, um Steph bei seinem Part zu unterstützen. Insgesamt hält man sich aber mit der gesanglichen Zusatzbegleitung eher im Hintergrund.

Nach anfänglichem Geschreddere und Focus auf Heavy ("Two Worlds Away" oder "Woman In The Dark") wird es melodiöser und man erhält eine willkommene Auflockerung. So sticht das melodische "Until We Say Goodbye", bei dem die leicht dunklen Vocals in den Vordergrund treten, hervor. Was hier im Gitarrenspiel zurückgenommen wird, wird bei der Intensität der Vocals wettgemacht und das Stück mausert sich zu einem richtigen Hit und Ohrwurm auf dem Album. Ähnlich und doch anders ist "Circle Of Pain". Die Stakkato-Gitarren-Einsätze im Wechsel mit den melodischen Parts und Soli sind gut gewählt und lassen den Song in der Mischung mit den Programming-Anteilen nicht eintönig werden.

Bei "Eyes Of A Child" bewegen sie sich fast im Schmuse-Bereich, aber natürlich hat die ruhige Stimmung dieses Songs einen anderen Hintergrund. Wiederum macht vor allem Steph Hondes Stimme diese Nummer markant und wirkt als intensivstes "Instrument". Der gemächlich erarbeitete Höhepunkt geht unter die Haut und zeigt wieder mal, dass vor allem die härteren Bands die besseren Power Balladen schreiben.

Bei den weiteren Stücken überwiegt wieder der Metal. "Point Of No Return" oder "Another Story" werden von Stück zu Stück härter bzw. aggressiver und hauen ordentlich rein, ohne auf die melodische Seite zu verzichten. "Ordinary World" macht eine kleine Ausnahme und liefert noch mal eine harte, rhythmische Ballade, wo man den Refrain schnell mitsingen kann. Und das sphärisch bzw. nach Erzählung klingende "Another Chance" schmiegt sich schön und nahtlos an, sodass man nun von Stück zu Stück wieder vom harten Metal abrückt, und eher die melodischen Metal Fans begeistern wird.

"Afterlife" ist mit den orchestralen Klängen ein schönes, ruhiges Ausklangslied, das den Geschmack vieler treffen wird - aber nicht der Metal Fans, weil es sich weit vom Metal wegbewegt hat. Es ist auf seine ruhige, intensive Art schön, aber ich würde es in ein anderes Genre zählen. Wobei ich bei der Endbetrachtung dieses Albums auch sagen möchte, dass es überwiegend nicht auf der ganz harten Seite ist, sondern einen melodischen Metal und teils recht angepasste Songs bietet, die einen breiten "normalen" Geschmack treffen können.

 

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Lady Cat (09.10.2020)

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