5TH MACHINE - Back In Time

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VÖ: 29.06.2020
Bandinfo: 5TH MACHINE
Genre: Hard Rock
Label: Lions Pride Music
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Lineup  |  Trackliste

Neulich, an einem spätsommerlichen, sonnigen Urlaubstag, schlenderte ich durch Wiens Innenstadt. Dabei muss ich anmerken, dass meine ziellosen Wanderungen meistens dazu dienen, um Musik auf ihre Road-Tauglichkeit zu prüfen. Mit dabei waren in diesem Fall 5TH MACHINE. Die kommen aus Sao Paolo, Brasilien und machen ziemlich leiwanden (für unsere deutschen Leser: leiwand = prima, knorke, schnafte…) Hard Rock. Naja, okay. Eher so eine Art Hybrid, zwischen Hard Rock, Metal und AOR. Als Hard Rock Band grenzen sie ich, so selbst zugegeben, ein bisschen von der Gesellschaft in Brasilien ab. Trotzdem haben sie sich, auch wenn sie in ihrem Heimatland noch aufgrund ihres Aussehens (lange Haare, Ohrringe, Band-Shirts) hin und wieder mal von der Polizei angehalten werden, mit ihrem Album ‚Back In Time‘ und insbesondere dem Titelsong in die Herzen ihrer Fans gespielt. Der Langspieler ist soundmäßig zweifellos vom harten Sound der 80er und 90er inspiriert und macht sich die besten Elemente zu eigen. Melodische und positive Klänge, nicht allzu komplizierte Strukturen, mitreißende Refrains, hier und da ein paar schwebende Synths und Pianos, knackige Gitarrensoli und oben drauf noch Fábio Cabrals starke Stimme.

Der Opener ‚5th Machine‘ mit seinem Lokomotiven-Soundbite ist ein gut gewählter Einstieg und beweist die definitiven Metal-Einflüsse der Band. Eine ziemliche Dampfwalze. ‚The Wind‘, mit seinen sonnigen Sounds, entschärft die Stimmung. 5TH MACHINE stehen auf Abwechslung. ‚The Song Of A Beggar‘ vermittelt z.B. den Eindruck, dass man schon beim dritten Track knietief in einer getragenen Ballade steckt, steigert sich dann aber zum Mid-Tempo; nicht der stärkste Track, aber solide genug. ‚Until The End Of Time‘ ist so ein weiterer Kandidat. Ruhiger Start mit langsamer Steigerung und einem warmen Vibe. ‚Say No To Time‘ drückt wieder aufs Gas. Rau, mit knackig treibenden Drums in den Strophen und einem Chorus, der überraschend ein bisschen auf die Bremse steigt. Eine ganz reizvolle Kombination. ‚Take Me Away‘ ist eine Rock ´n Roll Nummer, wie sie im Buche steht. Die hätte auch von einer der Glamrock-Größen aus den 80ern kommen können. Hohes Air Guitar Potential.

‚Back In Time‘ eignet sich durchaus als On-The-Road-Soundtrack; sei es nun für einen Spätsommerspaziergang oder eine Fahrt auf Wiens Route 66, der Höhenstraße, mit einem amerikanischen, benzinverschlingenden Cabrio. Keine Neuerfindung, aber eine hörenswerte Hommage an den harten Sound vergangener Jahre.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Betti Stewart (26.09.2020)

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