GARGOYL - Gargoyl

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VÖ: 09.10.2020
Bandinfo: GARGOYL
Genre: Progressive Rock
Label: Season of Mist
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Lineup  |  Trackliste

Die Geschichte von GARGOYL beginnt 2018 als sich Dave Davidson (REVOCATION) und Luke Roberts (AYAHUASCA) während einer Tour getroffen haben. Die beiden Herren haben wohl gleich gemerkt, dass man musikalisch auf einer Welle surft und beschlossen, ein gemeinsames Projekt aus der Taufe zu heben. Brett Leier am Bass und James Knoerl am Schlagwerk komplettierten das Quartett und fertig war eine neue Combo, die sich aufmachte, um die Grenzen des Progressive-Rock/Grunge/Metal/wasauchimmer auszuloten.

Nach einer EP, die dafür sorgte, dass sie bei Seasons Of Mist unter Vertrag genommen wurden, legen sie nun ihr Debutalbum vor, das elf Nummern umfasst und dem Zuhörer einiges abverlangt. Aber mal schön der Reihe nach.

Mit "Truth Of The Tyrant" wählt man eine A-Cappella-Nummer als Einstieg mit schönem, mehrstimmigem Gesang, um dann mit "Plastic Nothing" mal eine erste echte Prog-Rock-Duftmarke zu setzen. Die Nummer drei "Cursed Generation" unterscheidet sich wieder markant von den Vorgängern und ist vielleicht die eingängigste Nummer des Albums. Dreckiger Bass-Sound, rockige Riffs und ein Grunge-Vibe, der immer im Hintergrund mitschwingt, bevor bei der Hälfte der Rhymus gewechselt wird, nur um gegen Ende wieder abzurocken. Sogar mit einem kurzen Gitarrensolo.

Die ersten drei Nummern bieten schon einen guten Querschnitt über den GARGOYL-Sound, den es als solchen wahrscheinlich gar nicht gibt, weil ständig die Einflüsse wechseln und man sich aus vielen Genre-Schubladen bedient. Mal werden Jazz-Elemente eingebaut ("Electrical Sickness"), dann wieder groovige Breakdowns mit tollem Gitarrensolo ("Nightmare Conspiracy") und auch ruhigere Nummern findet man, die von akustischen Gitarren und reduziertem Drumming untermalt werden, aber trotzdem eine enorme Präsenz entwickeln ("Wraith"). Sogar ein Saxophon-Solo hat man bei "Acid Crown" reingepackt. 

Fazit: GARGOYL liefern ein sehr komplexes Debutalbum ab bei dem die technischen Fähigkeiten der beteiligten sowohl an den Instrumenten als auch an den Mischpulten außer Frage stehen. So vielschichtig und versiert das alles ist, ist es schwierig, über die gesamte Länge des Albums bei der Sache zu bleiben. Aufgrund der vielen Rhythmuswechsel, der teilweise eigenwilligen Melodien und Kompositionen wird dem Hörer einiges abverlangt. Dieses Albums ist sicher ein Nischenprodukt und keines, dass man nebenbei beim Autofahren hören wird. Wenn man sich aber darauf einlässt gibt es viel zu entdecken und man hat sicherlich auch nach mehrmaligem Anhören noch seine Freude damit. Prog-Fans sollten GARGOYL definitiv mal auf die Playlist setzen.

 



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Hans Unteregger (07.10.2020)

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