DEVILDRIVER - Dealing With Demons I

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VÖ: 02.10.2020
Bandinfo: DEVILDRIVER
Genre: Thrash Metal
Label: Napalm Records
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Lineup  |  Trackliste

Sieht man der Wahrheit ins Auge, so ist von der Anfang bis Mitte der 00er-Jahre beschworenen "New Wave of American Heavy Metal" (NWOAHM) nicht allzu viel übrig geblieben. Gemeint sind damit jene Bands, die sich des Groove Metals Marke PANTERA, SEPULTURA und MACHINE HEAD angenommen hatten, ihn mit traditionellen Melodien und Death Metal-Anleihen ausstaffierten, ohne aber in die Schwülstigkeit der Metalcore-Protagonisten KILLSWITCH ENGAGE oder AS I LAY DYING abzudriften. Aktiv und produktiv scheinen nur noch LAMB OF GOD und eben DEVILDRIVER zu sein.

Sieht man sich das Oeuvre der Teufelsfahrer genauer an, offenbaren sich neben den grundtypischen Klang-Trademarks doch auch immer phasenpezifische Eigenheiten im Band-Sound. Während "DevilDriver" (2003) die Band erst mal als Vorschlaghammer-Version von COAL CHAMBER etablierte, zeigte sich die Truppe auf "The Fury Of Our Maker's Hand" (2005) noch angriffslustiger inklusive deathigem Riffing. "The Last Kind Words" (2007) verdichtete den eingeschlagenen Kurs, und geriet bei aller neu hinzuadaptierter Melodie-Seligkeit zeitweise zur hyperaktiven Duracell-Häschen-Rammel-Version der Vorgänger-Werke. Spätestens seit "Pray For Villains" (2009) pflügen sich Dez Fafara und Konsorten konstant durch intensive Midtempo-Kompositionen mit dem Anspruch, die Halswirbel und zugleich Kehlköpfe des geneigten Fans zu fordern. Soll heißen schwere Doublebass-Grooves werden mit melodischen Leads und mitgröhlkompatiblen Refrains verheiratet.

"Dealing With Demons" (Vol. 1) ist der erste Teil eines Doppel-Albums, und die augenscheinlich persönlich gehaltenen Lyrics lassen einen unmittelbar in das Seelenleben des Frontmanns abtauchen. Die Abrechnung mit der Vergangenheit steht am Programm, sofern man nach den Lyrics zu Songs wie "Vengeance Is Clear" und "You Give Me A Reason To Drink" urteilt. Musikalisch geht es den inneren Dämonen eher routiniert an den Kragen. Andererseits spricht auch nichts dagegen, die eigenen Stärken zu konsolidieren um die maximale Durchschlagskraft zu erreichen. Man darf gespannt auf Vol. 2 sein, und hoffen, dass man dem Material beider Parts hernach auch live lauschen darf.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Sandy (05.10.2020)

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