GODARK - Forward We March

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VÖ: 08.06.2020
Bandinfo: GODARK
Genre: Melodic Death Metal
Label: Independet
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Ah, was Neues aus der Melodeath-Ecke... Cooles Logo.... GODARK, nie gehört... Mal anchecken... Wooo! Eine skandinavische Neuentdeckung?! Wie - die kommen aus Portugal!? Echt jetzt?

Ja, echt. "Forward We March" ist das Debütalbum eines Quintetts aus dem portugiesischen Distrikt Porto. Die Jungs haben sich dem Melodic Death Metal alter Schule verschrieben, und ihre Vorbilder kommen ohrenscheinlich aus dem hohen Norden.

Als die ersten Klänge von "Miserable Noise" ertönen, muss ich mit offenem Mund sicherheitshalber nochmal einen Blick auf das Cover werfen, um sicherzugehen, welche Band hier gerade im virtuellen Player rotiert! Denn was uns GODARK hier in der ersten Minute des Songs um die Ohren hauen, ist pures AMORPHIS-Worshipping! Als der Gesang einsetzt, wendet sich das Blatt - ab jetzt sind AMON AMARTH die Paten hinter dem Gehörten, dazu gesellen sich IN FLAMES (zu "Clayman"-Zeiten) und DARK TRANQUILLITY. Melodeath skandinavischer Prägung der späten 90er bis mittleren 2000er ist das Credo des gesamten Albums.

Es ist zuweilen geradezu unheimlich, WIE nah GODARK den vorgenannten Kapellen immer wieder kommen. Das Spannende an der Geschichte ist allerdings, dass man immer dann, wenn man eigentlich gerade tadelnd den Finger heben will, wegen zu viel Kopie und zu wenig Eigenständigkeit (wie z.B. bei "Repealing Silence", das auch auf AMON AMARTHs "Twilight Of The Thundergod" hätte stehen können!) und so, sich ein seliges Grinsen ins Gesicht stiehlt und alle Kritikgedanken einfach wegfegt.

"Forward We March" macht von vorn bis hinten Heidenspaß, auch wenn GODARK für diesen Longplayer entgegen dem Album-Titel etliche Schritte zurück gehen. Eigentlich ist es ja auch schon eher ein Lob an die Stimme von Fronter Vitor, hin und wieder exakt so tönen, als hätte Herr Hegg persönlich hinter dem Mikro gestanden. Und weiterhin kann Vitor auch so klingen, wie Mr. Fridén (grins!). Eigenständig ist der GODARK-Sänger zumindest immer dann, wenn er cleane Vocals zum Besten gibt. Dazu kommt, dass die Instrumentalfraktion in seinem Rücken ihre Sache wirklich gut macht. Außerdem ist der Sound für eine Eigenproduktion wirklich saugut gelungen! Druckvoll und fett, dabei aber warm und klar, das ist wahrlich gute Arbeit von Guilhermino Martins.

Was das Songwriting angeht, nun ja, GODARK haben natürlich ihre Vorbilder genauestens studiert, aber das Ergebnis der Kompositionen ist schon Klasse. Eingängige Stücke mit großen Melodien und treibenden und groovenden Rhythmen machen den Großteil des Debüts aus. Mit "River Of Blood" und "Everything Is Gone" hat man zwar auch zwei sperrigere Stücke an Bord, die nicht direkt zünden, doch mit "Wings Of Hope" kriegen GODARK auch gleich wieder die Kurve.

Fazit:

Ja, viele Ideen auf dem Debüt von GODARK haben die Jungs ihren großen Vorbildern entlehnt. Aber davon abgesehen liefert "Forward We March" fast fünfzig Minuten lang Melodic Death Metal alter Schule, der direkt in den Nacken und die Gehörgänge geht. Ich bin den Portugiesen wirklich dankbar, dass sie sich dafür entschieden haben, nicht dem Neo-Melodeath-Kram zu frönen, denn Platten mit hochgezüchtetem, künstlichen Plastiksound, seelenlosem, technischen Gitarrengefrickel und alles zuknallenden, getriggerten Drums gibt es leider schon wie Sand am Meer. Da sehe ich gern über das zuweilen ein wenig zu intensive Huldigen der großen Namen aus dem Norden hinweg. Beim nächsten Album bitte etwas mehr Eigenständigkeit, aber behaltet euren Spirit bei, der ist goldrichtig!



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Ernst Lustig (06.10.2020)

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