HIGH TRANSITION - Faunistic Daydreams

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VÖ: 04.09.2020
Bandinfo: HIGH TRANSITION
Genre: Alternative Rock
Label: Independent Audio Management ( IAM )
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Lineup  |  Trackliste

Es gibt so Bands, die brauchen, bis sie wirklich zünden. Im Falle dieses kleinen Schreiberlings handelt es sich um die Salzburger Alternative/Psychedelic/Prog-Stoner HIGH TRANSITION, die bereits seit einigen Jahren Live-Aktivität auf ihr nun vorliegendes Album „Faunistic Daydreams“ hinarbeiteten. Mag die Stimmlage von Sänger/Bassist Philip vielleicht nicht jedermanns Sache sein, so ist es vor allem das kongeniale Zusammenspiel aus ausladenden, bisweilen gar psychedelischen Soundwelten, komplexen Strukturen und tief wummernden, dem Stoner-Bereich entlehnten Riffs, auf denen die extravaganten Gesangsspuren thronen, welches den drei Pongauer Musikanten hohen Wiedererkennungswert beschert.

Nach dem wabernden Intro „Faunistic Nightmares“ geht es mit „The Whale King“ direkt mit hämmernd stonenden Riffs los. Ausdrucksstarke, abwechslungsreiche Vocals von Sänger/Bassist Philip, der von rauchiger Wüstenstimme bis hin zu Kopfstimmen-Höhen gekonnt variiert, geben dem emotionsgeladenen Titel den letzten Schliff. Eine träumerische Interlude leitet über zu „Lanka“, welches mit Vehemenz in eine ähnlich abwechslungsreiche Kerbe schlägt und zwischen den gar psychedelischen Strophen mit wuchtigen Riffs eruptiert.

HIGH TRANSITION lassen ihren Kompositionen Zeit und Raum, sodass man sich in die Musik ganz und gar hineinfallen lassen und darin verlieren kann. Ob schleppend („Cigarettes“) oder breitwandig stampfend und mit treibenden Passagen wie in „Choke On Your Nazi Gold“, sitzen die alternativ rockenden, oftmals psychedelisch-progressiven Arrangements auf den Punkt. Bei „The Wolf“ wabert sogar kurz der gute alte Psycho-Space-Sound aus vergangenen Zeiten vorbei, während im abschließenden Titeltrack „Faunistic Daydreams“, welches mit siebeneinhalb Minuten den ausladenden musikalischen Trip beschließt, noch einmal die volle Palette satter Riffs und abgespacter Twists durchgeackert wird.

Ja, HIGH TRANSITION sind vielleicht auf den ersten Blick ein wenig sperrig, doch schon nach kurzer Zeit entfalten die auf komplexer Rhythmik gekonnt zwischen kernigen Ausritten und wabernden Passagen mäandernden Titel ihre volle bewusstseinserweiternde Wirkung. „Faunistic Daydreams“ ist ein kleines Schmuckkästchen alternativer Klänge, fernab von glattgebügeltem Mainstream, für das man sich Zeit nehmen muss. Dann entführt einen das Pongauer Trio auf einen heißen Trip in schillernde musikalische Welten - ganz ohne irgendwelches rauchfähige Kraut.

 

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Anthalerero (20.10.2020)

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