SVARTA - Befreiung

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VÖ: 30.10.2020
Bandinfo: SVARTA
Genre: Black Metal
Label: Crawling Chaos
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Lineup  |  Trackliste

Mit ihrem bereits vierten Album stehen die österreichischen Düstermetaller von SVARTA im Türstock des Stormbringer-Lofts. Mit „Befreiung“ entführen uns die vier geheimnisvollen, sich hinter Pseudonymen versteckenden Musiker einmal mehr in ein frostklirrendes Universum atmosphärischer Black Metal Klänge, das irgendwo zwischen fragiler Flüsterei, schreiender Agonie und lähmender Schwere oszilliert.

Schon der Opener „Omega – Der Tag an dem ich starb“ walzt sich behäbig und bedrohlich aus den Boxen, baut sich mit fast doomender Schwere auf, und gleitet über in Welten aus flirrenden Eiskristallen, ehe er in kellertiefem Riffing eruptiert. „Live.Breathe.End.Rewind.“ führt die angerissene Atmosphäre weiter und erinnert mit komplexer Struktur und seinen düster-doomigen Anflügen gar entfernt an die Okkult-Granden von OUR SURVIVAL DEPENDS ON US. „Yours Truly“ schielt dafür mit seinen elegischen Gitarrenwänden streckenweise ein wenig in post-schwarzwurzelige Gefilde und transportiert, auch durch die kongeniale Einbindung melancholischen Cleangesangs zwischen herzzereißendem Geschrei sehr anschaulich eine Atmosphäre der bodenlosen Verzweiflung. Abgrundtief finster kommt „IV VI – A Shimmering Light“ um die Ecke und jagt dem Hörer mit seinen fast Mantra-artigen Vocals einen eiskalten Schauer über den Rücken. Zwischen tonnenschweren Doom-Passagen und tiefschwarzer Raserei gibt man sich gerne dem tiefen, gähnenden Schlund der Leere hin...

Der kürzeste Titel beschreibt sodann gleichzeitig den kürzesten Song der Platte - „D.“ mit „nur“ etwas mehr als sechs Minuten. Turmhohe Gitarrenwände geleiten durch den rohen, stringent aufgebauten Titel, der auch das letzte Fünkchen an Licht zu erlöschen vermag. Mit dem abschließenden „Alpha“, das von zerbrechlichen Akustikgitarren eingeleitet wird, stürzt der Hörer dann Endgültig in das bodenlose Nichts des verrinnenden Lebens. Garstig hämmerndes Riffing und bösartigstes Gegeifer tragen den enorm abwechslungsreichen, von vielen Tempowechseln getragenen Titel, der einen schon durch seine schiere Länge von mehr als 14 Minuten langsam und unerbittlich zu Staub zerreibt.

SVARTA sind alles andere als leichte Kost für zwischendurch, sie lassen dein Herz zu Eis erstarren und zersplittern das fragile Gefüge mit unerbittlichen Hammerschlägen, bis jegliche Freude und jedes Leben verschwunden ist. Bis sich Dunkelheit wie ein melancholischer Schleier um deine Existenz legt, die Dunkelheit in ihrer reinsten Form den Rest deines Körpers ausfüllt und dich von der Last deines Lebens befreit.

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Anthalerero (26.10.2020)

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