MARILYN MANSON - We Are Chaos

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VÖ: 11.09.2020
Bandinfo: MARILYN MANSON
Genre: Alternative Metal
Label: Loma Vista Recordings
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Lineup  |  Trackliste

Da ist er wieder: Nach drei Jahren kommt das elfte Studioalbum von MARILYN MANSON. “We Are Chaos” passt allein vom Namen so gut in dieses Jahr, dass man ihm fast ein klein wenig Hellseherei unterstellen möchte. Allerdings waren die Aufnahmen im Januar beendet und währenddessen hat laut dem Antichristen keine Menschenseele reingehört. Prophetisch beginnt “Red Black And Blue” mit einem Sprechintro, was dem Ganzen irgendwie einen offiziellen Rahmen schafft. Nicht nur reflektiert der Song die Farben des Covers, sondern klingt auch nach dem alten Manson, wie wir ihn kennen.  

Die Single “We Are Chaos” hingegen fühlt sich an, als wäre Manson erwachsen geworden. Nicht auf negative Weise, eher als wäre er gereift. Man könnte dem Song unterstellen, er wäre zu sehr auf Pop getrimmt, aber der Sound hat etwas Versöhnliches. “In the end we all end up in a garbage dump. But I’ll be the one that’s holding your hand” klingt nicht nur nach einer Liebeserklärung, sondern auch nach einer Lebensphilosophie. Wir sind eben alle Menschen, nicht perfekt und trotzdem machen wir das Beste daraus.  

Mit “Keep My Head Together” und ”Solve Coagula" macht Manson klar, dass er sich nicht verbiegen lässt und ganz genau weiß, was er tut und wie er es tut. Und so passt auch das komplette Album textlich und soundtechnisch sehr gut zusammen und bildet eine Einheit. Und wie bei einer Zwiebel lassen sich aus jedem Song und jeder Zeile mehrere Bedeutungen schälen, wenn man so will. “I’m not special, I’m just broken and I don’t wanna be fixed” stellt wohl eine Momentaufnahme seiner Gefühle dar.  

MANSONs Zusammenarbeit mit Shooter Jennings bringt einen neuen, etwas ungewohnten Sound hervor, dennoch bleibt er sich treu, ein gelungener Balance-Akt. Denn schließlich wird es immer schwerer (oder ganz unmöglich?), ein Publikum zu schocken, das jeden Tag mit Horrormeldungen konfrontiert wird. Da eignet sich der Horror der eigenen Existenz doch am besten, um zu reflektieren. Schließlich ist das Album sicherlich nicht zufällig am 11. September erschienen. Wir dürfen gespannt sein, wie sich diese musikalische Entwicklung fortsetzen wird.  



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Franziska Anson (20.10.2020)

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