PRIDE OF LIONS - Lion Heart

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VÖ: 09.10.2020
Bandinfo: PRIDE OF LIONS
Genre: Melodic Hardrock
Label: Frontiers Records
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Lineup  |  Trackliste

Mit "Lion Heart" legen AOR-Legende Jim Peterik mit seinem Vocal-Powerhouse Toby Hitchcock ihr mittlerweile sechstes Studio-Album seit dem Start  in 2003 vor. Die AOR-Fangemeinde bekommt  hier natürlich das, was sie erwartet: Feinen, eingängigen Melodicrock aus der Feder  eines der besten Songschreiber dieses Genres. Auch wenn die letzten Veröffentlichungen nicht mehr so ganz mit den ersten drei Klassiker-Alben der Band (oder sollte man sagen "Projekt") mithalten konnte und manches ein bisschen zu süßlich-pathetisch wirkte und sich auch Toby Hitchcock mit Soloalben etwas von seinem Mentor abnabeln wollte, so wurde doch immer noch Überdurchschnittliches weit jenseits der üblichen 08/15-Melodic-Veröffentlichungen geboten.

Mit "Lion Heart" wird wieder mehr zurückgegangen zu SURVIVOR-Zeiten. Überragende Hymnen wie das Titelstück, das flotte "Good Thing Gone" oder das autobiographische "Rock & Roll Boomtown" wechseln sich ab mit ruhigeren Tracks wie "Unfinished Heart" oder dem SEHR stark an FOREIGNER'S "Waiting for A Girl Like You " erinnernden "Sleeping With A Memory" ab.

Dazwischen gibt es smoothe AOR-Nummern wie "Flagship" oder "Now", die auch auf alten Achtziger-Klassiker-Alben gut aufgehoben wären. Es zünden zwar nicht alle Nummern, "You're Not A Prisoner" ist da ein Beispiel für einen eher durchschnittlichen Song, aber dennoch gehört "Lion Heart" ins obere Drittel der PRIDE OF LIONS-Releases. 

Überraschungen sind zwangsläufig etwas rar gesät und ab und an würde man sich auch ein bisschen aggressivere Gitarren wünschen, die in der (gutklassigen) Produktion leider etwas zahm daherkommen, aber das Niveau ist dennoch schwindelerregend hoch und die Stimmen von Peterik und Hitchcock ergänzen sich wie immer perfekt.  Kritisch zu bemerken wäre  allenfalls noch, dass es auf Dauer doch etwas ermüdend ist, dass bei jedem Song  IMMER Peterik mit einer Strophe beginnt, ehe dann Toby Hitchcock einschwebt um dann gemeinsam den Chorus im Duett zu schmettern. Das ist dann doch eine Spur zu  vorhersehbar. 

Aber seis drum, "Lion Heart" ist AOR-Futter par excellence und verdient knappe vier Punkte. Schön wäre es, den Meister einmal wieder in Europa auftreten zu sehen. Das wird wohl in absehbarer Zukunft aber erst einmal Wunschdenken bleiben!

Gut gebrüllt stolzer Löwe!

                 

                 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Martin Weckwerth (11.11.2020)

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