MELODIUS DEITE - Elysium

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VÖ: 23.10.2020
Bandinfo: MELODIUS DEITE
Genre: Power Metal
Label: Art Gates Records
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Lineup  |  Trackliste

MELODIUS DEITE ist als solches ja schon mal ein relativ exotischer Bandname, doch eine Band, die in Thailand gegründet wurde, erfordert wohl eine derart virtuose Namensgebung. Das neue Werk "Elysium" stellt tatsächlich schon den vierten Longplayer der Truppe dar, doch eine Sache fällt ganz besonders auf, wenn man sich das Lineup anschaut. Der Name Yama-B taucht auf und dieser gute Mann war jahrelang Sänger der doch relativ bekannten japanischen Prog Power Metal Band GALNERYUS. Ein absolut gestandener Sänger mit starken Referenzen im Repertoire. Das war letztlich auch der Grund, warum dieser Release für mich interessant geworden ist neben dem schicken Artwork. 

Wenn wir die Musik beäugen, dann überkommt uns hauptsächlich virtuos gestalteter Prog Power Metal mit einigen neoklassischen Ansätzen. Schon das Intro überschwemmt den Hörer mit wildem Gefrickel und kann noch keine wirkliche Duftnote setzen. "Love Or Lust" geht es als Opener dann etwas gemächlicher an und besticht zu Beginn mit schönen Pianoklängen, die Stück für Stück durch die weiteren Instrumente aufgewertet werden. Die Produktion wirkt insgesamt etwas dünn, gerade die Drums könnten mehr Druck vertragen. Yama-B hat nichts verlernt und fällt mit seiner markanten Stimme bereits in den Strophen erwartungsgemäß positiv auf. Leider verliert der Track sich ein wenig im Nirgendwo und bietet alles außer einer geordneten Struktur. Neben seinem Gesang greift Yama-B auch zu Growls, die zumindest seine Vielseitigkeit als Vocalist unterstreichen. Ansonsten bleibt hier leider nichts hängen. "Gluttonous Being" versteht es ein stückweit besser, die melodische Komponente zu bedienen und überzeugt gleichermaßen mit knackigem Riffing. Songs wie "Vainglorious Pride" oder "Wrath Of The Zealots" wollen dann im Endeffekt wieder zu viel auf die Kacke hauen. Manchmal weiß ich nicht, wo vorn und hinten ist, obwohl ich progressiveren Ansätzen durchaus viel abgewinnen kann. Hier wirkt es eher wie wild zusammengewürfelt und mir geht der rote Faden völlig abhanden. Wirklich gut funktioniert die Band nur bei "Novelist", das wohl ein Re-Recording eines alten Songs darstellt. Hier kriege ich extrem starke SONATA ARCTICA Vibes zu "Silence" Zeiten (Stichwort "Weballergy"). Das ist schön oldschooliger Power Metal, der schnörkellos daherkommt und mein Nostalgie-Herz erfreut. 

Wären MELODIUS DEITE dieser Stilistik treu geblieben, hätte "Elysium" ein grandioses Album werden können, obgleich es selbst dann keinen Innovationspreis gewonnen hätte. Doch "Elyisium" wirkt sehr austauschbar und lässt die Seele der Band vermissen. Ich kann immer noch nicht sagen, für was die Truppe steht und was sie sein wollen in musikalischer Hinsicht. Zu viel Gefrickel, zu wenig Struktur. Es hebt sich kein Song vom anderen ab und das lässt die Hördurchgänge verdammt anstrengend wirken mit der Zeit. Sollte man sich dem Stil von "Novelist" verschreiben, sehe ich viel Potenzial, aber alles andere wird bei mir gnadenlos untergehen. 



Bewertung: 2.0 / 5.0
Autor: Sonata (28.10.2020)

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