LITTLE HOLE FILLED - And The Ants Still March On

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VÖ: 06.10.2020
Bandinfo: LITTLE HOLE FILLED
Genre: Doom Metal
Label: Unbekannt
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits  |  Trivia

Das hätte man poetischer ausdrücken können, nur das überlasse ich der Doom Metalband LITTLE HOLE FILLED. Die oberösterreichische Band ist bereits seit 1994 aktiv, doch ihr Debüt schaffte es erst heuer in die Läden. „And The Ants Still March On“ ist eine Geschichte über den Zirkel des Lebens, trieft vor Poesie und lässt es – in Doom Metal Manier – krachen.

Der Musikstil von LITTLE HOLE FILLED deckt in vielerlei Hinsicht das Subgenre ab, „Giving Birth To A Planet“ ist eines der Beispiele. Mit mehr als zehn Minuten Laufzeit erreicht es das Drone Metalniveau - wer sich nach Musik im Zeitlupentempo sehnt, ist mit dem Lied gut beraten.
Wesentlich rasanter geht es in „Coyote Howling“ zu, die aufgeweckten Gitarren machen genug Laune, sodass der fehlende Gesang kaum auffällt. Lediglich mehr Soundeffekte hätten die Atmosphäre ganz abgerundet.
Da will man gleich seine Blumen am Fenstersims festdrücken, „Trippozoid“ verbirgt hinter dem düsteren Doomsound die Lebensstory eines kleinen Pflänzchens, das sich selbstlos opfert. Kaum spross sie aus dem Boden, will die Pflanze wieder sterben.
Die dunkle Zeit ist angebrochen, der Track „Sprout“ packt die schweren Gitarrenriffs aus dem Sack und zieht die Stimme des Sängers um eine Oktave herunter. Tiefe Growls werden ins Mikro gegrölt, darüber gibt es engelsgleiche Stimmen, die das Lied dramatischer gestalten. Fast schon progressiv wird es ab der Hälfte, die Gitarren ziehen Soundwände auf und sorgen für Überraschung. Wenn man denkt, den Lauf der Gitarre verstanden zu haben, wird man eines Besseren belehrt, enttäuscht ist man darüber nicht.
Der aggressive Stil in „Weiße Wänd“ ist eher unüblich für den klassischen Doom Metal, aber nicht verboten. Ins Mikro brüllend zählt der Sänger auf, was nicht alles weiß sein kann, doch die Aufzählung hat eine tiefere Bedeutung. Das Leben ist dem Untergang geweiht, die Farben verschwinden und alles wird weiß.

„And The Ants Still March On“ ist der poetische Wahnsinn aus dem Mühlviertel. Ihr Gefühl für blumige Verse und für lautmalerische Musik machen das Album zum dunklen Hörvergnügen. Der Gitarrist lässt Doomriffs aus seinem Körper bluten, die sich wie eine zähe Maße in die Länge zieht, zu dem der Sänger ins Mikro rotzt. Trotz allem hätte die Atmosphäre mit mehr Soundeffekten authentischer wirken können, zum Beispiel wäre ein Coyoteheulen gut gewesen.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Julian Dürnberger (03.11.2020)

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