TEMPLE OF THE FUZZ WITCH - Red Tide

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VÖ: 16.10.2020
Bandinfo: TEMPLE OF THE FUZZ WITCH
Genre: Doom Metal
Label: Eigenproduktion
Hören & Kaufen: Amazon
Lineup  |  Trackliste  |  Trivia

VORSICHT!

1. Triggerwarnung! Anzüglicher Inhalt!

2. Das Glossar zum Roman "Clockwork Orange" von Anthony Burgess kann der Schlüssel zu tieferem Verständnis sein!

3. Das satirische Stilmittel gibt nicht zwangsläufig die Meinung der Redaktion oder gar die des Verfassers selbst wider!

4. Eiserne Geduld wird dem Leser abverlangt, da der Einleitung vergleichsweise viel Platz eingeräumt wird!

 

Was soll denn das schon wieder?! Im Briefkasten liegt ein Album, das den Titel "Red Tide" trägt... Die Band heißt TEMPLE OF THE FUZZ WITCH... Wir kommen erneut nicht drumherum: Wir müssen dringend über Political Correctness sprechen! Zum besseren Verständnis der obligatorischen Anekdote (aka "Real life story") müssen wir zudem gemeinsam etwas mehr als zwanzig Jahre in die Vergangenheit reisen, als euer heißgeliebter Stormbringer-Droog noch die Schulbank drückte. (Nein Freunde, ihr meint "Hantelbank". Die "Schulbank" ist ein besonders grausames Folterinstrument aus grauer Vorzeit.) Während also am Pult die satanische Hexe... *Hüstel in die Armbeuge* (#bleibgesund)

Während am Pult die wertgeschätzte Lehrerin einen Zeitungsausschnitt in die Luft hielt und uns wissbegierigen Schülern alle Weisheiten näherbrachte, die die heranwachsende menschliche Knospe zur Vollendung der Vollkommenheit braucht, forderte eine Dewotschka namens "Tanja" ihr Recht ein, zu erfahren, wo die lehrende Person den Artikel her hatte - und ach, meine mir wohlgesonnenen Bratans und Bratinas (Copyright CAPITAL BRA), ich wünschte beim alten Smokey, ich hätte wie gewöhnlich nicht zugehört, weil nämlich die Antwort lautete: "Ich hab´s aus der FAZ geschnitten!"

Das junge Litso eures Bratti wurde ganz rosig vor austeigendem Krovvy und sein Brucko krampfte, seine Glassis wurden feucht und sein Goloß ganz heiser - er biss sich auf sein Jassick, doch es half alles nichts! Er musste lauthals auflachen! Achtet, oh meine Brüder, auf den Klang: "Ich hab´s aus der FAZ geschnitten!" Richtig Horrorshow!

Ihr kennt sicherlich die Gasetta "FAZ", die "Frankfurter Allgemeine Zeitung", aber es wirkte, als hätte die stara Tschina grasnig gegovoritet.

Naja, wie dem auch sei - der Tischnachbar eures besten Stormbringer-Droogs hatte zwar genauso gromkig über das Slovo gelacht, aber er wurde im Gegensatz zu eurem geschundenen Schreiberling nicht bis zum Läuten des Kollokoll vor die Tür gesetzt - ein traumatisches Erlebnis.

Nun denn, seht euch noch einmal den Albumtitel an und sagt eurem traumatisierten Bruder, dass er sich die Scherze verkneifen soll... TEMPLE OF THE FUZZ WITCH mit "Red Tide"...

(Ein Beispiel, wie wir gesund durch dieses Review kommen könnten!)

*RRRRING RRRRING*

"Ja bitte?"

"Stormbringer-Ethikrat hier!"

*KLACK!* und *ZACK* ist das Kabel raus...

Besser schnell zum Review kommen!

Song Nummer 1, "Baphomet": Geil stampfender, ruhiger, Doomer, der definitiv genreübergreifend Schwermut erzeugen kann.

Song 2, "Cherenkov Light" (Tscherenkow-Strahlung) klingt so schön düster, dass es bei einer Runde "Dungeons & Dragons" hervorragend Anwendung fände.

Song 3, "The Others" schleppt sich famos durch endlose Wendeltreppen. (Hat das was mit den Filmen "The Others" und "The Innocents" zu tun?

Song 4, "Dead´s Desire" ist der vertonte Blick über die Schulter, wenn man glaubt, Bewegungen hinter sich in der Dunkelheit bemerkt zu haben.

Song 5, "Cimmerian"...? Ist hier etwa Conan, der Cimmerier gemeint? In diesem neuneinhalb Minuten langen Song gibt es nur wenig Lyrics und die sind nicht besonders ausdrucksstark oder böten klare Hinweise auf den Barbaren. Trotzdem einer des besten und atmosphärischsten Songs der Platte. Nur zwei Mal ein ertönt der kurze Refrain und gerade deshalb catcht er den Hörer extrem. Da wünscht man sich, TEMPLE OF THE FUZZ WITCH hätten einfach ein Conan / "Hyborisches Zeitalter" Konzeptalbum geliefert.

Song 6, "Agony" hat es nach der vorangegangenen Nummer sehr schwer und wirkt in den ersten Durchläufen sogleich als schwächster, aber guter Titel auf der Scheibe.

Song 7, "Ungoliant" ist der letzte Song auf "Red Tide" und behandelt einen von J.R.R. Tolkien erdachten Spinnendämon, der Erwähnung in "Lord of the Rings" und "Silmarillion" findet. "Ungoliant" presst tatsächlich mehr Dampf aus dem Kessel als die vorangegangenen Tracks, wechselt zeitweise aber auch stärker in geplagte Sphären. Jep, richtig gut. Die ganze Scheibe wird sicherlich Fans finden.

Wie es wohl klingen würde, wenn sich eine Doom-Kapelle "Clockwork Orange" Themen annehmen würde? Naja, zerbrecht ihr euch den Kopf darüber. Euer bester Droog hat noch einen Termin in seiner Stammkneipe. Die Milch Plus hat er sich redlich verdient.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Daniel Hadrovic (19.11.2020)

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