SKELETHAL - Unveiling The Threshold

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VÖ: 20.11.2020
Bandinfo: SKELETHAL
Genre: Death Metal
Label: Hells Headbangers
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Nach der Death Metal Granate "Scriptures" von den wiederauferstandenen BENEDICTION, kommt mit dem zweiten Album "Unveiling The Threshold" der Franzosen SKELETHAL jetzt noch vor dem Jahresende ein weiteres Highlight des Old-School-Death Metal in die Regale. Die Gallier sind hier natürlich nicht so gradlinig und frugal am Werken wie die Engländer, aber vieles im Schaffen SKELETHALs erinnert an die seligen Zeiten in denen der Death Metal das erste Mal seinen großen Durchbruch feierte. 

Frankreich war in den letzten Jahren eher für sehr eigenartigen Black Metal bekannt, umso mehr freut es mich, hier ein Stück Death Metal aus dem Land der brennenden Autos präsentiert zu bekommen. HM-2 Death Metal mit klaren Anklängen an CARNAGE, DISMEMBER und alten AUTOPSY soll das hier sein. Liest man diverse virtuelle Gazetten dann möchte man meinen, dass die frühen 90er hier blaupausenartig re-evoziert werden, allein, das Album klingt nicht wirklich so. Klar, eine Ladung Stockholm ist bei SKELETHAL dabei, aber von durchgehend geradlinigen svenska dödsmetal-Abfahrten kann hier keineswegs die Rede sein. 

Das zweite Album der Band wird vom rührig-kultigen Label Hells Headbangers veröffentlicht und zeigt die eher garstige Seite des Death Metal. Es geht also nicht in die Richtung der von mir sehr geschätzten LIK oder ähnlich ausgerichteten Bands, sondern eher Richtung Höhle. Mit einem Sumpf davor. Mal flink, aber immer gerne mit Breakdowns und einem Sänger der sich anhört, als würde er in einer Höhle Grabsteine umschubsen und dabei Selbstgespräche führen. 

Den HM-2-Sound kann ich so auch nicht stehen lassen. Klar, gräbt man sich durch den Sound, einem Whiskykenner ähnlich, der das güldene Wasser des Lebens mit Nase und Zunge zerlegt, dann ist ein wenig vom originären Sound der Schweden zu erkennen, aber die Gitarren sind eindeutig massiver als bei den 90er-Ikonen. Auf dem Gesamtklang und zusätzlich auf dem Gesang liegt einiges an Reverb, das macht "Unveiling The Threshold richtig finster und hinterhältig. 

Die Songs höchstselbst sind abwechslungsreich, beinahe jeder Titel ändert mehrmals die Geschwindigkeit, zerrt übellaunige Soli in die Klangmitte, bringt ein derb-verspieltes Schlagzeug mit und wird von einem grantigen Gesang abgerundet. Was fehlt sind ein oder zwei richtige Meuchler. Superhits die auf ewig im Trommelfell haften bleiben. [Anm. d. Lekt.: Oder es gekonnt in Fetzen reißen...]

Die Jungs wissen was sie tun, das Album wurde selbst aufgenommen, nur der Mix fand in den Staaten statt. 

Wer Schweden-Death mit vielen Richtungsänderungen mag, sollte hier gerne einmal reinhören. 

 



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (23.11.2020)

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