MEGATON SWORD - Blood Hails Steel - Steel Hails Fire

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VÖ: 13.11.2020
Bandinfo: MEGATON SWORD
Genre: Epic Metal
Label: Dying Victims Productions
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

MEGATON SWORD aus dem schweizerischen Winterthur debütieren mit dem schmissig betitelten "Blood Hails Steel - Steel Hails Fire" auf voller Länge. Gegründet 2018 haben die Helvetier im vorigen Jahr eine starke EP, "Niralet", veröffentlicht, nun geht es eben das erste Mal um ein ganzes Album. 

Epic Metal is the Game hier, wohl DAS Genre, welches im Metal seit einiger Zeit am häufigsten frequentiert wird und immer wieder abliefert. Ausladende Melodiebögen, High Fantasy im Libretto, es dreht sich offenbar alles um die selbst erschaffene Welt Niralet. Die Texte die mir vorliegen, sind aberwitzige Ausflüge in die Sword and Sorcery, Schlachten und Blut. Da fühlt sich der alternde Rezensent wieder jünger und an die Zeiten erinnert, in denen die meisten gelesenen Bücher auf den ersten Seiten eine Landkarte eines Fantasylandes hatten. Good times, nöm.

Für ein erstes Album ist "Blood Hails Steel - Steel Hails Fire" schon beängstigend stark. Hab ich mich beim ersten Anhören noch etwas vom Gesang Simons´ verwirrt gezeigt so darf ich mittlerweile sagen, dass gerade der Gesang ein Alleinstellungsmerkmal ist, welches die Schweizer im Metal von den ewig gleich klingenden Power/Epic-Metal-Sängern herausstechen lässt. Man kann hier das Adjektiv "kauzig" bemühen, im Endeffekt ist das aber schon zu einer Worthülse im epischen Metal geworden und greift beim schweizerischen Hexer deutlich zu kurz. Er kann tatsächlich singen, es hört sich nur an, als ob er immer ein klein bisschen neben der Spur ist. Das ist positiv gemeint, weil es eben anders ist als bei vorgenannten, glatt polierten Sängern, die dieser Tage die Szene bevölkern. 

Die Melodieführung ist einer der großen Pluspunkte des Albums. Die Melodien winden sich und verschwinden, tauchen wieder kurz auf nur um einem anderen Thema Platz zu machen. Das erinnert klar an die Urväter des Genres, an MANILLA ROAD, an CIRITH UNGOL und an ganz alte MANOWAR. Anstelle schnöder Cookie-Cutter-Songs wird hier eine erzählte Geschichte die nicht unbedingt den Konventionen folgt. Da kann sich einmal ein Satz schon nicht ganz ausgehen und wird in der nächsten Zeile fortgeführt. Ich gebe zu, ich mag das, haben doch schon meine großen Lieblinge FATES WARNING in ihrer Zeit mit John Arch ähnlich agiert. Wobei MEGATON SWORD natürlich nicht im Prog-Genre zuhause sind, aber die Art, den Text unterzubringen hat mich just daran erinnert.

Die Songs sind sauber gespielt, soundtechnisch gibt es nichts zu bemängeln, nicht mit Gewalt auf trve getrimmt und weit weg von den Tupperware-Produktionen der heutigen Zeit haben alle Instrumente ihren Platz. Mich freut besonders der deutlich hörbare Bass, der nicht nur da ist, um Frequenzen dichtzumachen, sondern einen gleichberechtigten Platz einnimmt. 

Insgesamt im Epic Metal beheimatet nagelt man sich durch verschiedene Genres, meist natürlich episch, bisweilen etwas zügiger, dann rein heavy. Es wird dem Hörer nicht langweilig werden, das kann ich euch versprechen. 

Quasi aus dem Nichts kommen die Schweizer von MEGATON SWORD und fordern einen Platz in der Spitze der Epic Metal-Bewegung für sich ein.

Eine großartige Überraschung. 

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (14.11.2020)

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