ACCU§ER - Accuser

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VÖ: 13.11.2020
Bandinfo: ACCU§ER
Genre: Thrash Metal
Label: Metal Blade Records
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Lineup  |  Trackliste

Was verbindet man als Hörer damit, wenn eine Band einen Albumtitel gleich dem Bandnamen, also selftitled, verwendet? Genau, musikalisch quasi die Essenz deren Schaffens. Das deutsche Thrash-Urgestein ACCU§ER erkundet mit dieser Vorgehensweise sicherlich kein Neuland, aber wenn man an die Werke (und ihr überwiegend gutes Niveau) seit der Re-Union zurückdenkt, dann kann man sich schon vage vorstellen, warum gerade jetzt der beste Zeitpunkt für ein solches Vorhaben sein könnte. Noch dazu deshalb, weil René Schütz (bereits in der Band gewesen von: 1987-1990, 1992-2004, 2008-2011, 2019-Heute) an die Leadgitarre zurückgekehrt ist und in seiner Vita ein weiteres Comeback bei den Siegenern vermerken kann.

Eigentlich, ja, eigentlich hätte ich meine Rezension zu "The Forlorn Divide" (2016) einfach kopieren können, denn auch heuer zeigen sich ACCU§ER wieder von ihrer abwechslungsreichen Seite. Es wird flott gethrasht ("Misled Obedience" ist da genauso lässig wie beispielsweise "Rethink", "Contamination" und "A Cycle's End"), modernere Grooveplättung ist kein Tabu ("Temple Of All"), und "Be None The Wiser" überrascht regelrecht mit seinem melodischen Unterbau und Refrain. Es passiert also genau das, was man sich von einem Selftitled-Album erwartet, zumal ACCU§ER sich dabei instrumental wie gesanglich in gewohnten Qualitätsarealen austoben und man René Schütz' Beitrag in vielen Stücken, besonders aber in den einprägsamen Leadharmonien von "Lux in Tenebris" und "Seven Lives" so gut greifen kann, dass sich ohne Weiteres von einem Upgrade sprechen lässt, obschon sein Vorgänger Dennis Rybakowski definitiv kein Fehlgriff war.

Das Problem ist allerdings, dass "Accuser" auch von einem großen Downgrade beim Sound geplagt wird. Zwar würde ich dabei niemals so weit gehen und behaupten, dass ich hier "endlich" den beschissensten Snare- und Bassdrum-Sound seit "St. Anger" entdeckt habe, doch das Schlagzeug klingt trotz dessen wirklich dumpf, matschig und daher geradezu grässlich, ist darüber hinaus leider auch noch so präsent in den Vordergrund gemischt, dass kleinere rhythmische Schwächen im Spiel eiskalt offengelegt werden. Meinen Geschmack trifft das wirklich überhaupt nicht, weswegen sich das auch in der Wertung spiegelt. Ein wenig schade ist das allemal, denn ansonsten gibt es eigentlich kaum etwas an ACCU§ERs neuestem Output zu meckern. Die richtige Granate wird in Bälde allerdings von SODOM veröffentlicht.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Pascal Staub (11.11.2020)

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