STORMKEEP - Galdrum

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VÖ: 20.11.2020
Bandinfo: STORMKEEP
Genre: Black Metal
Label: Van Records
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Lineup  |  Trackliste

Viele Informationen sind zu STORMKEEP aus den vereinigten Staaten von Amerika (noch) nicht bekannt. Das Promotion-Bandfoto lässt zwar darauf schließen, dass es sich um vier Musiker, zwei Schwerter und einen Kerzenleuchter handeln muss, aber das war dann auch schon alles, was man zu ihnen an die Außenwelt überliefern kann. Ob das Booklet der in Bälde erscheinenden Debüt-Mini-LP "Galdrum" Einsicht gewähren wird, bleibt fraglich, doch irgendwie sind all diese Auskünfte zum Gründungsjahr, Truppenstärke etc. pp. doch mindestens genauso nebensächlich wie das Fehlen jeglicher Onlinepräsenz auf Websiten, Social Media Kanälen oder Ähnliche, nicht wahr? Schließlich reden wir hier von Medieval Black Metal, ebenjenem Subgenre, das zuletzt v.a. durch OBSEQUIAEs "The Palms Of Sorrowed Kings" erstrahlte und nur selten von hochwertiger Kunst berührt wird.

Zufälligerweise war mir der Name STORMKEEP sowie das erste und bislang einzige Tape "Promotional Tape MMXVIII" mit klirrendem, melodischem Black Metal und Dungeon Synth, bereits von einer meiner berüchtigten Youtube- und Bandcamp-Sessions geläufig, da ich mich, wie so häufig in meiner Freizeit, eines Tages dazu entschloss, nach brauchbarem Material Ausschau zu halten. Das wiederum war als Ersteindruck bereits so zufriedenstellend, dass die Ankündigung zu "Galdrum" seitens Ván Records ein gierendes „Endlich!“ aus mir zu locken vermochte. Und ich wurde von den 32 Minuten und 28 Sekunden wahrlich nicht enttäuscht. Häufig ergeht es mir bei anderen Projekten dieser Gattung so, dass ich allenfalls mit der Hälfte der Ausführung zufrieden bin und mich die andere eher ratlos hinterlässt. Entweder der Black-Metal-Anteil ist zu beliebig und daher wohl nur zur Erfüllung der Zweckgemeinschaft entstanden oder umgekehrt, die Dungeon-Synth-Anleihen sind nicht authentisch und atmosphärisch genug. Manchmal glückt auch beides, dafür aber die Übergänge nicht. Tja, man kann es wohl niemandem - auch mir persönlich nicht - recht machen. 

Andererseits tauchen da eben auch Bands wie STORMKEEP auf, die all das negieren und die vollständige Vision verwirklichen können. "Glass Caverns Of Dragon Kings" benötigte keine zehn Sekunden, um mich mit seinem epischen Nischengeklimper in seinen verträumten Bann zu ziehen, doch die vollständige Erleuchtung folgte erst nach einem konzentrierten Durchgang. Wo andere ihre teils jämmerlich ausdruckslosen Schema-F-Gitarren implementieren, damit sie irgendwie unter dem Tag "Atmospheric Black Metal" firmieren können, spürt man bei STORMKEEP einen künstlerisch wesentlich stärkeren Bezug zum Genre und seinem innewohnenden Erbe. Will heißen, dass nicht nur aufgrund der rar eingestreuten Clean Vocals WINDIR und andere skandinavische Legenden gegenwärtig werden, sondern man insbesondere auch instrumental mit singenden Gitarren hochwertige Denkmalpflege ("Lightning Frost" und "Of Lore") betreibt. Der ganz große Meilenstein, der übrigens nicht zwangsläufig geschliffen sein muss, ist das noch nicht, doch STORMKEEP sind weit über die üblichen Ansätze hinaus vielversprechend und vereinigen zwei interessante Stilistiken zu einer immersiven Medieval-Black-Metal-Erfahrung, die gebührend mit knisternden Fackeln und synthetischen Fanfaren ("Lost In Mystic Woods And Cursed Hollows") beschlossen wird. Und dann auch noch dieses mächtige Ian-Miller-Artwork... haltet ever Mvndwerk im Zavm vnd nehmet meyne Groschen!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Pascal Staub (17.11.2020)

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