JEFF SCOTT SOTO - Wide Awake (In My Dreamland)

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VÖ: 06.11.2020
Bandinfo: Jeff Scott Soto
Genre: AOR
Label: Frontiers Records
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Lineup  |  Trackliste

JEFF SCOTT SOTO (oder in Fankreisen "JSS") ist wohl neben MIKE PORTNOY DER Schwerstarbeiter im Rockbereich. Mit seinem leider sehr kurzem Stelldichein bei JOURNEY war er verdientermaßen bei den ganz Großen dabei. Leider endete das Kapitel ja recht unschön und seitdem backt der sympathische Ami eben wieder etwas kleinere Brötchen, dafür aber nach seinen Spielregeln. Seit nunmehr 18 Jahren ist der Gute jetzt mit den Italienern von FRONTIERS RECORDS verbandelt, eine durchaus fruchtbare Zusammenarbeit, die neben Solo-Alben auch einige andere Projekte wie z.B. W.E.T. hervorbrachte.

Im Pandemiejahr gibt es nun also ein neues Soloalbum vom Meister, "Wide Awake (In My Dreamland)" betitelt. Produziert  und geschrieben wurde die Angelegenheit  unter Kooperation mit dem Frontiers-Haus-und-Hof-Produzenten Alessandro Del Vecchio. Bei Letzterem gibt es ja ab und an auch ein paar kritische Stimmen, gerade dass aufgrund seiner (Fließband-)Arbeit für die Frontiers-Schützlinge vieles gleich klinge und hier auch viel Ausschuss dabei sei. Das ist zwar zum Teil durchaus nicht von der Hand zu weisen, im Falle von JSS aber absolut fehl am Platz, dazu hat der Sangesgott dann doch sein Händchen tiefer im Songwriting drin anstatt nur Lieder nachzuträllern, die ihm vorgesetzt werden.

 "Wide Awake (In My Dreamland)"  ist eine gelungene Zusammenstellung hochklassiger Songs, die ab und an die Vergangenheit der weit über 30jährigen Karriere von JSS streifen. So erinnert "Lesson Of Love" an seine (ebenfalls nur kurze) Zeit bei YNGWIE MALMSTEEN,  das balladeske "Between The Lines" könnte man sich auch von JOURNEY vorstellen, hätte man ihn dort behalten (was für mich nach wie vor die bessere Option gewesen wäre!). 

"Without You", ebenfalls eine etwas ruhigere Nummer, zeigt die Vorliebe für QUEEN, der Gitarrensound erinnert mehrfach an BRIAN MAY, nie die schlechteste Visitenkarte. Das funkige Groovemonster "Love Will Find A Way" kann genauso überzeugen wie die flotteren Rocker in Form des  Openers  "Someone To Love" oder dem treibenden Hooklinewunder "Paper Wings". 

Auch wenn nicht alle Songs zünden (wozu ich beispielsweise auch den Titelsong sowie den Schlusstrack "Desperate" zähle) ist "Wide Awake (In My Dreamland)" eine runde Angelegenheit, die jeden JSS-Fan (und auch darüber hinaus) überzeugen dürfte.

Auffallend noch, dass die Liebe offenbar das zentrale Thema des Albums ist. Ganze vier Songs haben "Love" im Titel und auch etliche der übrigen Songs sind diesem Thema gewidmet. Aber warum auch nicht - muss ja nicht immer Mord und Totschlag sein.

Für die Bonus-CD, eine Live-Aufnahme vom 2010er-Frontiers-Festival in Mailand, die ein schickes Best-Of-Programm in perfektem Live-Sound bietet, lege ich nochmal einen halben Punkt drauf, so dass wir letztendlich bei vier starken Punkten ankommen. Gut gebrüllt JSS!

              

              



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Martin Weckwerth (21.12.2020)

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