DÉCEMBRE NOIR - The Renaissance Of Hope

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VÖ: 13.11.2020
Bandinfo: DÉCEMBRE NOIR
Genre: Doom Metal
Label: Lifeforce Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Vorjahres-Alben-Aufarbeitung Teil 2:

 

Ein wenig bange war mir schon, vor dem ersten Hören von "The Renaissance Of Hope". Denn was würde nach einem Fünf-Punkte-Album wie dem Vorgänger "Autumn Kings" aus dem Jahr 2018 auf den erwartungsvollen Hörer zukommen? Würden DÉCEMBRE NOIR das immense Qualitätslevel halten oder gar toppen können? Oder würden die Fußstapfen, die "Autumn Kings" hinterlassen hat, dann doch zu groß für den Nachfolger sein?

Nun, "The Renaissance Of Hope" ist nicht schlechter, der neue Longplayer ist vielmehr anders als sein Vorgänger. Etwas weniger Melancholie, dafür etwas mehr Härte. Etwas weniger Doom, dafür etwas mehr Death. Doch trotz dieser Prioritäten-Verschiebungen bildet die Musik der Thüringer nach wie vor eine großartige Schnittmenge aus OFFICIUM TRISTE, OCTOBER TIDE und, vor allem in den Gitarrenharmonien, SWALLOW THE SUN. Dazu ein Hauch PARADISE LOST und ein wenig alte MY DYING BRIDE, und fertig ist der traurig-dunkle Cocktail, der, hin und wieder mit ein paar Spritzern Wut gewürzt, aber zu jeder Zeit vor allem erst einmal nach DÉCEMBRE NOIR schmeckt.

"A Swan Lake Full Of Tears" ist ein exzellenter Opener, der dem Hörer direkt zeigt, daß die aktuelle Scheibe doch um einiges härter ausfällt als der Vorgänger. Im gleichen Atemzug machen DÉCEMBRE NOIR aber auch klar, dass die altbewährten Trademarks der Band keinesfalls nicht mehr vorhanden sind.

Der nachfolgende Titelsong legt noch mal eine Schippe drauf und ist mit seiner Kombination aus aggressiven Old School Todesblei, Melodeath und atmosphärischem Gothic Death Doom das härteste Stück auf "The Renaissance Of Hope".

In der Folge bieten DÉCEMBRE NOIR dem Auditorium noch vier weitere großartige, abwechslungsreiche Songs von hart bis zart, unter denen "Wings Of Eschaton" und der Albumcloser "Behind The Scenes" (der mich in einigen Passagen an THEATRE OF TRAGEDYs "Black As The Devil Painteth" erinnert) sicherlich als die beiden absoluten Höhepunkte der neuen Langrille markiert werden können.

 

Fazit:

 

DÉCEMBRE NOIR haben mit "The Renaissance Of Hope" erneut ein großartiges Album veröffentlicht, das nicht besser oder schlechter, sondern einfach nur etwas anders ist als der Vorgänger. Für mich persönlich geht diese Entwicklung absolut in Ordnung - besser als fortlaufende Stagnation ist sie allemal. Zu der ausgezeichneten Musik kommt eine sehr oldschoolige, dem Werk jedoch immer gerecht werdende Produktion. Und auch das bemerkenswerte Coverartwork verdient eine Erwähnung. Faszinierend, wunderschön einerseits, und erschreckend, grausam und befremdlich andererseits - gerade in Verbindung mit dem Albumtitel läßt das Titelfoto viel Interpretationsspielraum zu und regt zum Nachdenken an. 

In diesem Sinne gehen vier schmerzerfüllt empor gereckte Pommesgabeln nach Thüringen.

 

 

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Ernst Lustig (10.01.2021)

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