ICED EARTH - Iced Earth (30th Anniversary Edition)

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VÖ: 18.12.2020
Bandinfo: ICED EARTH
Genre: Power Metal
Label: Century Media Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Vor "The Dark Saga", vor "Horror Show", vor "Something Wicked This Way Comes", sogar noch vor "Night Of The Stormrider" gab es das selbstbetitelte Debüt "Iced Earth"... von ICED EARTH. Und das ist auch schon wieder 30 Jahre her. Ich kann mich noch dunkel erinnern, wie wir am Pausenhof des Bundesschulzentrums Deutschlandsberg ungläubig mit den damals noch flächendeckend behaarten Köpfen schüttelten, eingedenk der Fähigkeiten von Bandchef Jon Schaffer an der Rhythmusgitarre, die sich anschickten, das Spiel von James Hetfield zu übertreffen. Ob ihm das gelungen ist sei dahingestellt, beeindruckend war und ist es auf jeden Fall. 

"Iced Earth" steht immer im Schatten der gutklassigen Alben der Band, mit denen Jon dereinst Headlinerstatus erreichen wollte (das hat er in einem Rock Hard Interview gesagt, fragt mich nicht in welchem), das hat nicht so ganz funktioniert und die Aussage auf dem Promozettel, dass es sich bei den Floridianern um eine der erfolgreichsten Metal Bands handle, ist durchaus etwas interpretationselastisch. Andererseits war auf jeden Fall Success da und so schlecht läuft es auch heute nicht. Auch die eigenartigen Ansichten des Capos schaden dem Status der Band nicht. 

 (Anmerkung am 7.1.2021: Was sich Schaffer in DC erlaubt hat ist nicht mehr von seiner Person und seiner Musik zu trennen. Genug ist genug. "The Glorious Burden" war wohl nicht nur ein Album sondern eine interne Betriebsanleitung. Das Recht, an einer Demo teilzunehmen steht jedem frei, das Recht an der Teilnahme an einem Staatsputsch nicht. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie zorning ich bin. - CW)

Anyway, das Debüt eben. Ich weiß nicht, wie das Jubiläumsprodukt im Endeffekt aussieht. Ich habe keine Details finden können ob es hier Zusatzmaterial, schmucke Poster oder cremige Extras jedweder Art gibt. Das Album wurde von Zeuss remastered und - ich kann es kaum glauben - das Resultat kann sich, im Gegensatz zu vielen anderen Versuchen in diese Richtung, tatsächlich hören lassen. Das Album war auch im Original nicht wirklich schlecht produziert, ein wenig sehr trocken und ohne Volumen. Das hat sich beim Remaster geändert. "Iced Earth" klingt beinahe state of the art 2020. Mächtige Drums, voluminöse Gitarren, ein fetter Bass und auch die kauzigen Vocals sind direkter. Klar, kein Matt "Hurra, die Polizei ist da!" Barlow, aber so schlecht, wie anderweitig kolportiert, ist das wirklich nicht. 

Das Songmaterial sollte für jeden einigermaßen stabilen Metaller bekannt sein. Das sind eben ICED EARTH in der ersten Phase ihres Schaffens. Starke Songs, kein Ausfall und Jon´s Gitarreneskapaden, die auch heute noch schwer zu übertrumpfen sind. Das Instrumental "Funeral" sei hier exemplarisch genannt. Dass einem da nicht die Sehnenscheiden explodieren ist ein Wunder. Songs wie das großartige "Colors", der ausschweifende Closer "When The Night Falls" oder "Written On The Walls" sind auch im Seuchenjahr 2020 um genau nichts gealtert. 

Ein Album nicht nur für Nostalgiker, auch für jüngere Metaller*innen gibt es hier viel zu entdecken. Dazu die deutlich bessere Soundqualität und man kann nichts mehr falschmachen.

Bullseye!



Ohne Bewertung
Autor: Christian Wiederwald (17.12.2020)

WERBUNG: Hard
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