URFAUST - Teufelsgeist

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VÖ: 27.11.2020
Bandinfo: Urfaust
Genre: Doom Metal
Label: Van Records
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Lineup  |  Trackliste

Ich weiß wirklich nicht, welche diabolische Kreatur URFAUST zuletzt geritten hat, aber mir gefällt der neue Veröffentlichungsrhythmus, den die Niederländer an die Nacht legen. Ja, man beteiligt sich natürlich immer noch fleißig am üblichen Split-Schabernack mit unterschiedlichsten Künstlern (und möglicherweise auch Freunden), doch bezogen auf Full-Length-Ausgeburten war man zuletzt seit den Anfangstagen nicht mehr so produktiv wie aktuell. Für "Teufelsgeist", das stilistisch definitiv nicht mit dem Debüt "Geist ist Teufel" zu vergleichen, hat sich das Duo Cavernosus in Zusammenarbeit mit Ván Records etwas Besonderes ausgedacht und veröffentlicht das Album daher unter Anderem auch in Kombination mit einem eigens entworfenen alkoholischen Gebräu, welches gleichermaßen die Sinne erweitern und den Effekt des Albums verstärken soll. 

Um direkt die Spannung zu zerschlagen: Nein, "Teufelsgeist" kann weder mit "Empty Space Meditation" noch mit "The Constellatory Practice" mithalten. Schöntrinken muss man sich das Sechstwerk trotzdem nicht, weswegen es auch nicht sonderlich schwer wog, dass die edle Spirituose kein Teil der Bemusterung war. Ein grundlegender Unterschied zu ebenjenen Vorgängern besteht ebenfalls nicht, wenn man die wesentlich kürzere Spielzeit außen vor lässt. Zugegeben, auch die Gitarre dröhnt beiläufiger ("Offerschaal der Astrologische Mengvormen" und "Bloedsacrament voor de Geestenzieners") oder verzerrter ("De Filosofie van een Gedesillusioneerde​") neben dem elegischen Schlagzeug und den mannigfaltigen Synthlayern ("Van Alcoholische Verbittering naar Religieuze Cult" und "Het Godverlaten Leprosarium" basieren gar ausschließlich darauf), während IX gewohnt virtuos durch das modrige Ambientgewölbe tiriliert, aber eine atmosphärische Diskrepanz ergibt das keineswegs. Wollte man all das kritisieren, könnte man davon sprechen, dass "Teufelsgeist" quasi eine Kurzfassung des aktuellen Schaffens ist, wohingegen insbesondere "The Constellatory Practice" sozusagen der Extended Cut wäre. Ich will aber ehrlich sein: I see a new URFAUST record, I click like. Mir gefallen die Vorgänger definitiv besser, was sich auch an der Wertung ablesen lässt, aber mir gefällt auch der Ansatz, diesen Stil auf das Wesentliche zu reduzieren zu wollen. Dementsprechend ist "Teufelsgeist" ein gutes, stimmungsvolles Einstiegsalbum, das kaum einen Bewunderer der Band enttäuschen, gleichwohl aber auch nicht in überschwängliche Extase versetzen wird. 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Pascal Staub (25.11.2020)

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