ALITOR - II

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VÖ: 27.11.2020
Bandinfo: ALITOR
Genre: Thrash Metal
Label: Doc Gator Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Sechs Jahre nach ihrem (übrigens schon sehr beachtenswerten) Debüt haut das serbische (Progressive) (Melodic) Thrash Metal Quartett einen Nachfolger mit dem unmissverständlichen Titel "II" raus und versetzt damit, soviel vorweg, den Rezensenten in wahre Verzückung! Reichlich 40 Minuten lang, aufgeteilt auf acht Songs, liefern ALITOR hier vielseitigen, abwechslungsreichen und vor allem sehr markanten Metal der harten Sorte ab, bewegen sich dabei aber doch ein gutes Stück weit abseits gängiger Thrash-Pfade.

Der Opener "The Tempest Within" startet gleich mit einer großartigen Melodie, die sich nach kurzer Zeit in eine massiv riffende Hookline verwandelt. Dann ertönt zum ersten Mal der Gesang von Basser Marko, und nicht zum letzten Mal erinnert sein kräftiges, leicht kratziges Organ an James Hetfield. Auch musikalisch finden sich Parallelen zur "Ride The Lightning" / "Master Of Puppets" Phase von METALLICA. Diese historischen Wurzeln, gepaart mit einer leicht progressiven Ausrichtung und der Frische des modernen Metal aus dem 21. Jahrhundert sowie einer immer wieder aufblitzenden, leicht punkigen Attitüde (vor allem in den Vocals) ergeben den ureigenen Stil von ALITOR.

In "Present Tense" geht es etwas straighter zur Sache, wohin gegen "Homo Ignoramus" sich Zeit für eine ruhige Gitarren-Einleitung nimmt, ehe das Stück zu einem großartigen, mit Prog-Elementen angereicherten Melodic Thrash Song heranwächst. Mit "Fall.Ing" folgt das erste Album-Highlight, ein unglaublich melodischer, kraftvoller Track, der mit einer leicht versteckten Eingängigkeit glänzt, die zum Immer-wieder-hören animiert.

"Euphoria" ist ein Instrumental, das einen unglaublichen Spannungsbogen von sanft atmosphärisch zu intensiver Erhabenheit zelebriert. Ganz starke Nummer! Vorstehender Satz trifft auch auf "Consecration" zu, den zweiten großen Höhepunkt auf dem aktuellen ALITOR-Longplayer. Melodic Thrash der Extraklasse, mit extrem starken Gesang, vielen Breaks und Tempowechseln und einer Melodie, die direkt im Ohr hängen bleibt.

 

Für "The Warm Wind" hat sich die Band gesangstechnische Verstärkung von ihrem Landsmann Luka Matković geholt, der mit seinen Vocals gleich noch mal eine zusätzliche Schippe Abwechslung auf den ohnehin schon facettenreichen ALITOR-Sound drauf packt. Den Abschluss des Albums bildet "Some Sort of Truce", eine schnelle, treibende Nummer, in der sich Frontmann Marko gesanglich noch einmal äußerst variabel präsentiert. Ansonsten glänzt das Stück mit einer ordentlichen Portion Härte, was allerdings (dankenswerterweise) nicht zu Lasten der Melodieführung geht.

Fazit:

Serbien ist ja jetzt nicht DAS Metal-Land. Umso schöner ist es, dass auch aus diesen Gefilden, wie an dieser Stelle mit ALITOR, wirklich hervorragende Bands ihren Weg in eine breitere Öffentlichkeit der hiesigen Metal-Welt finden. Verdient haben es sich die ambitionierten Thrasher mit ihrem äußerst hörenswerten Zweitwerk allemal. Und ich bin sicher, dass "II" nicht nur beim ersten und zweiten Hören großartig klingt. Vielmehr ist der aktuelle Longplayer von ALITOR ein Stück Musik, das einen BLEIBENDEN Eindruck hinterlassen wird! Viel Erfolg, und weiter so!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Ernst Lustig (27.11.2020)

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