ANTHENORA - Mirros And Screens

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VÖ: 27.11.2020
Bandinfo: ANTHENORA
Genre: Power Metal
Label: Pure Steel Records
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Lineup  |  Trackliste

Gut zehn Jahre nach ihrer letzten Veröffentlichung ("The Ghosts of Iwo Jima", 2010) haben sich ANTHENORA aufgerafft und veröffentlichen im Chaosjahr 2020 ihr viertes Album "Mirrors And Screens". Mit frischem Blut an Bass und Gitarre und neuem Label als Verstärkung wollen es die italienischen Heavy/Power Metaller noch einmal wissen.

Mit ihrem neuen Album schließen die Italiener exakt dort an, wo sie 2010 aufgehört hatten. Das ist einerseits gut, denn es wird die hart erarbeitete Fangemeinde freuen. Andrerseits gehörten ANTHENORA vor zehn Jahren nicht wirklich zur Speerspitze der italienischen Heavy-Szene, und das dürfte sich mit "Mirrors And Screens" auch nicht dramatisch ändern. Das Album bewegt sich nämlich durchwegs auf klassisch mittelgutem Niveau. Da wären einerseits die wirklich kräftige, einprägsame Stimme von Luigi "Gigi" Bonansea und die nicht nur äußerst fetten, sondern auch ungemein variablen Gitarren des Duos Pomero/Bruni. Auch der Bass pumpt anständig (was bei einer ehemaligen IRON MAIDEN Tribute Band auch zum Pflichtprogramm gehört). Doch bitte was ist denn mit dem Schlagzeug passiert? Drummer Smareglia liefert zwar eine technisch bärenstarke Vorstellung, doch der Mix klingt fürchterlich steril und überproduziert, als hätte man beim Schlagzeug einfach alle Regler auf Anschlag geschoben. Das mag zwar bei finnischem Melodic Metal toll funktionieren, bei ANTHENORAs eher traditionell verwurzelter Ausrichtung klingt es - zumindest in meinen Ohren - furchtbar.

Auch bei den Songs selbst treffen die Extreme aufeinander. Richtig Starke Songs wie "Alive", "Low Hero", "No... So What" oder "War And Peace", die packend, hymnisch und qualitativ kurz vorm "Ohrgasmus" sind, treffen auf Füllmaterial der Landesliga. Möglich, dass die Songs einfach zu unterschiedlichen Bandphasen während den vergangenen zehn Jahren entstanden sind. Es hätte ja auch nicht gleich die volle Breitseite mit knapp 60 Minuten sein müssen. Oft ist weniger halt wirklich mehr, dann hätten wir zwar immer noch kein All-Killer-No-Filler Album, aber "Mirrors And Screens" wäre in sich deutlich kompakter ausgefallen.

Insgesamt freut es mich dennoch, dass ANTHENORA wieder zurück sind, denn speziell ihr erstes Album "The Last Command" (2004) höre ich auch heute noch gerne. Wer weiß, vielleicht sind sie ja zurückgekommen um zu bleiben.

 

 



Bewertung: 2.5 / 5.0
Autor: adl (30.11.2020)

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