TRAIL OF BLOOD - Closer To God

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VÖ: 09.10.2020
Bandinfo: TRAIL OF BLOOD
Genre: Thrash Metal
Label: Kernkraftritter Records
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Lineup  |  Trackliste

Der Spruch gruselt mich heute noch, genau das Gleiche fühlte ich, als mir der Albumtitel „Closer To God“ ins Auge sprang. Die Melodic Thrashband TRAIL OF BLOOD ist der Schöpfer des Albums und kommt mit ordentlichen Wums daher. Die Band schickt voraus, dass sie sich in ihrem Stil dem Death Metal annähern und die melodische Elemente düster klingen werden - da eignet sich die Bibel als hervorragende Vorlage für Texte.

Für TRAIL OF BLOOD ist es bereits das dritte Konzeptalbum und hat auch hier christliche Schriften aufs Korn genommen. Meistens sind es diskrete Anspielungen auf Psalme, die als Vorlage für Liedertexte dienen, aber eines davon könnte nicht direkter betitelt sein; „Jesaja 14 12".
Der Regen ist nur die Ruhe vor dem Sturm - „Shedding Ov A God“ macht richtig Laune, die Gitarrenriffs springen im Quadrat und bringen den Metalhead immer dann zum Genickbruch, wenn es passt.  Ewert (Gitarre, Gesang) sorgt, mit seiner Growling-Shouting-Gesangseinlage, für ordentlich Power und das Schlagzeug gibt dem Lied, mit Blast-Beat-Einsätzen, einen deathmetallastige Note.
Wer nach dem „Melodic“-Part sucht, wird hier nicht ganz zufrieden sein. Lediglich der Track „I, The Abyss“ hat noch eine Spur Melodiöses an sich, aber das war es auch schon. Umso besser für die Liebhaber der brutaleren Gangart, der Sänger hat sich von dem Halb-Clean-Halb-Growl-Gesang losgelöst und rotzt die Texte, mit einer Mitten-In-die-Fresse-Stimmung, ins Mikro. Wer nach so einem Sound sucht, ist mit  „Shedding Ov God“ und „Closer To Heaven“ bestens beraten.
Danach kommt der Stolperstein "The Great Equestrienne". Die Gitarren spielen geradlinig, ohne einen Seitensprung zu wagen und das zum Leid der Zuhörer - TRAIL OF BLOOD fängt zunächst gut an, lässt aber stark nach.
„Take Another Lamb“ überrascht mit einem Gesangsduo, das eher schlecht ankommt, der zweite Sänger kreischt die erste Strophe von „Take Another Lamb“ und das wirkt fehl am Platz. Hätte er sein Shouting zuvor öfters eingesetzt, hätte man genug Zeit gehabt sich an seine Stimme zu gewöhnen. Stattdessen zieht man als Zuhörer verwirrt von dannen, obwohl anfangs der Weg der Band so klar schien.
TRAIL OF BLOOD haben sich musikalisch gut ausgerichtet, doch an den Stilschrauben sind noch ein paar Feinheiten zu drehen. Das Konzept die christlichen Schriften zu verunstalten ist mal eine Satire mit Substanz - Musik für meine Metalohren - aber "Closer To God"  fehlt es an Struktur. „TAKE ANOTHER LAMB“ passt inhaltlich eher zum Schluss, nur die Exkursion mit dem Gesangsduo hätte woanders besser Platz gefunden.

 



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Julian Dürnberger (06.12.2020)

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