THE PROGRESSIVE SOULS COLLECTIVE - Sonic Birth

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VÖ: 11.09.2020
Bandinfo: THE PROGRESSIVE SOULS COLLECTIVE
Genre: Progressive Metal
Label: Metalville
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Lineup  |  Trackliste

Bei THE PROGRESSIVE SOULS COLLECTIVE handelt es sich um eine Supergroup/ein All-Star-Ensemble, bei dem der deutsche Gitarrist Florian Zepf Kolleginnen und Kollegen aus der Progressive-Szene zusammen getrommelt hat, um mit "Sonic Birth" ein gemeinsames Album aufzunehmen. Er hat es geschafft durchaus namhafte Vertreter zu versammeln. So sind Aquiles Priester (Ex-ANGRA), Bassist Conner Green (HAKEN), Keyboarder Kevin Moore (Ex-DREAM THEATER) sowie Percussionist Luis Conte (PHIL COLLINS) mit dabei. Die Vocals werden vom serbischen Sänger Vladimir Lalic (ORGANIZED CHAOS) sowie von Gastvocalistin Megan Burtt beigesteuert. Also, ein sehr potente Truppe, die Herr Zepf hier vereinen konnte und die die Latte für das Debutalbum schon im Vorhinein nach oben schraubt.

Gestartet wird mit "Metature" und "Comfortable Darkness". Zwei ruhigere und kürzere Nummern, um den Hörer abzuholen. Vor allem bei "Comfortable Darkness" lässt uns Herr Lalic schon mal einen Blick auf seine Vocal-Range werfen. So richtig los geht es dann mit "Killing True Beliefs" das sehr ungewöhnlich mit karibischem Steel-Drum-Sound startet ehe der Priester an den Drums mal zeigt, wie schnell er mit seinen Sticks ist. Der Song lässt einen im Verlauf an DREAM THEATER denken. Diese Gedanken kommen mit fortschreitender Laufzeit immer wieder. Wobei es zu kurzsichtig wäre, THE PROGRESSIVE SOULS COLLECTIVE nur als DREAM THEATER Ripp-Off zu bezeichnen. Stilistisch bewegt man sich aber in den gleichen Gefilden. Es passiert wahnsinnig viel in den einzelnen Nummern und bei aller technischen Raffinesse vermisst man dann und wann einen emotionalen Anker, der einen packt und auf die musikalische Reise mitnimmt. Die Fähigkeiten der einzelnen Musiker sind über jeden Zweifel erhaben. Einzig bei Vladimir Lalic hat man an manchen Stellen das Gefühl, dass er seine Stimme zu sehr ausreizt und gerade noch so die Kurve kratzt.

Etwas aus dem progressiven Rahmen fällt "You And Me Alone". Diese fast schon poppige Ballade mit der wunderbaren Gastsängerin Megan Burtt ist toll geschrieben. Ganz unaufgeregt und ohne Kitsch setzt sich das melodische Stück im Ohr des Hörers fest und bleibt dort kleben, ob man will oder nicht. Mit "Hurt" und "Destiny Inc." folgen dann die zwei Highlights von "Sonic Birth". "Hurt" marschiert vom Start weg mit Vollgas dahin und erinnert im Refrain ein wenig an LEPROUS. Aufgepeppt werden die Riffs durch den Einsatz von Bläsern und einem grandiosen Keyboard-Solo. "Destiny Inc." ist mit über 15 Minuten Länge der mit Abstand längste Track auf "Sonic Birth" und hier wird alles aufgefahren, was man im Repertoire hat. Fette Riffs, vertrackte Passagen mit schrägen Taktfolgen, Breaks und Solos. Als wollte man den Hörer mit allem, was man zu bieten hat, auf einmal überschütten. 

Fazit: "Sonic Birth" ist ein starkes Debutalbum geworden. Progressive-Rock/Metal-Fans sollten definitiv reinhören. Wie schon erwähnt, manchmal steht der technische Aspekt, die Virtuosität im Vordergrund und man verliert als Hörer etwas den roten Faden. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau.

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Hans Unteregger (18.12.2020)

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