CATS IN SPACE - Atlantis

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VÖ: 27.11.2020
Bandinfo: CATS IN SPACE
Genre: AOR
Label: Cargo Records
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Lineup  |  Trackliste

THE WHO
QUEEN
ELO
T-REX
BON JOVI
TOTO
SURVIVOR
...und zahlreiche weitere “alte” Bands fallen einem ein, wenn man sich durch die Musik der Weltallkatzen horcht.
Die Briten von CATS IN SPACE perfektionieren für ihr neues Album „Atlantis“ ihren bereits sehr feinen 80ies Melodic Rock & AOR Sound und setzen dem Vorgänger-Album „Scarecrow“ noch eins drauf. Das Weltall-Album „Atlantis“ ist von Anfang bis Ende super melodisch, harmonisch, gespickt mit eingängigen Melodien, schönen, dem Sound schmeichelnden Vocals und Backing-Vocals, ähnlich den genialen AOR und Melodic Rock Hits, die uns die 80er bescherten. Die Jungs beherrschen ihr Handwerk, egal, ob es das einfühlsame Songwriting ist, die melodischen Gitarren oder die in die Beine fahrenden Rhythmen. Vom ersten bis zum letzten Stück wird dem Liebhaber des AOR nicht fad.

Nach dem Opener wird man mit dem kräftigen „Spaceship Superstar“ sofort mitgerissen, „Revolution“ schließt nahtlos an, lädt zum Mitsingen ein bzw. man kommt nicht umhin, hier ordentlich mitzuwippen. Der Rock’n’Roll Sound lässt keinen ruhig und ist die perfekte Basis um Schwung zu holen, damit man bei „Sunday Best“ fast direkt in die 70er stolpern kann, wo man Surfboard und Wellen aus dem Song hört. Damit könnten auch die BEACH BOYS im neuen Jahrtausend punkten (würde ich mit einem Augenzwinkern sagen).

„Listen To The Radio“ verlässt die sonnigen Strände und wir finden uns mit dem hymnischen Chorus bei FOREIGNER oder JOURNEY oder ELO. Die Weltallkatzen spielen mit Leichtigkeit mit dem Sound der 80er und lassen ihn gar nicht alt aussehen. Denn wenn Songs mit derart hingebungsvoller Eleganz sowohl beim Songwriting als auch der Umsetzung mittels Gitarre, Bass und Schlagzeug sowie Vocals gespielt werden, überzeugt man jeden Musik-Liebhaber der alten, softeren Schule.

Das großartige, fast epische „I Fell Out Of Love With Rock’n’Roll“ ist eine wunderbare Hymne an diese Musikrichtung. Der Piano-Einstieg macht es zu einer ruhigeren und nachdenklichen Nummer, die Kuschelrock-Charakter hat, aber in ihrer opulenten Chor-Umsetzung und den stimmigen Herz-Schmerz-Gitarren eine ganze Bandbreite an Liebhabern finden wird. Die Band nimmt hier selbst Bezug zu ihrer Vergangenheit und man hört im Songtext Bandnamen wie T-REX oder THE WHO. In ihrer Gesamtheit ist diese Hymne in einer Liga mit QUEENs „We Are The Champions“ oder ähnlichen großen Werken zu sehen. Ausnahmesänger Damien Edwards singt mit dem Chor um die Wette bzw. im Duett und sorgt für eine sehr emotionale Stimmung, die er bei „Marionettes“ fortsetzt. Dieser gehört nicht unbedingt zu den easy-cheesy Songs, sondern es liegt ein Text mit Bedeutung zu Grunde, der es wert ist, genau angehört zu werden. Die lockere, fein gemachte musikalische Umsetzung mit Piano und Höhepunkten durch Schlagzeug und Gitarren täuscht betreffend Inhalt, verabsäumt es aber nicht, an den richtigen Stellen mit Energie zu betonen, was man aussagen will.

Mit „Queen Of The Neverland“ ist man wieder mehr beim Rock, da uns die Gitarren mit ordentlichen Riffs versorgen. Zwischendurch hört man aber auch sanftere, anschmiegsame Töne, passend zum Damenchor. Diesem werden akzentuiert die knackige Gitarre und massive Chöre gegenübergestellt.

Eine tolle akustische Gitarre ist die Basis für den Sommersound von „Magic Lovin‘ Feelin‘“. Das ist alles zusammen: TOTO, 10CC und was sonst noch Rang und Namen hat und Keyboard und Harmonien aus dem Effeff beherrschte. Die Briten stehen somit keinem nach und bringen uns erneut auf den Geschmack von AOR.

Auch die beiden letzten Nummern sind fein: das akustische „Can’t Wait Till Tomorrow“ ist bluesig und gleichzeitig ein Lamour-Hatscher par excellence. So eine richtige Schmusenummer darf natürlich auf einem runden AOR Album nicht fehlen. Mit dem poppigen „Seasons Change“ wird es wieder fröhlich und groovig. Nochmal ein paar lässige Rhythmen und Melodien, bevor mit dem Pianostück „Atlantis“ das neue Album einen ruhigen, schönen Ausklang findet.

Das ist „Atlantis: Ein absolut harmonisches Album, wo kein Song nachlässt und man sich mit Freude von vorne bis hinten durch hört. Das Werk ist zwar leicht, aber nicht seicht. Die Band versteht ihr Handwerk und sorgt mit ihrem 70er/80er Sound für Begeisterung. Man kann gar nicht genug davon bekommen. Ein sehr gelungenes Album, an dem sowohl das Songwriting, die Musiker und natürlich vor allem die Chorsänger und Sänger Damien Edwards ihren Teil beisteuern. Ich bin begeistert.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Lady Cat (24.12.2020)

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