THE RUINS OF BEVERAST - The Thule Grimoires

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VÖ: 05.02.2021
Bandinfo: THE RUINS OF BEVERAST
Genre: Black Metal
Label: Van Records
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Lineup  |  Trackliste

Der gute Alexander von Meilenwald (TRUPPENSTURM, vormals NAGELFAR) veröffentlicht sein sechstes Album "The Thule Grimoires" über die Kultschmiede Van Records und erneut wird es wohl einige Monate dauern, bis man das Werk in seinem Gesamten beurteilen kann. Bisher fallen mir bei jedem Durchgang mit Kopfhörer immer wieder neue Details auf, die unter dem gesamten Song zu finden sind. Beinahe möchte man meinen, der Erschaffer versteckt sie absichtlich oder gibt ihnen nur soviel Platz, dass sie gerade noch hörbar sind.

Weit über eine Stunde geht das Album. Man mag es gerne Extreme Metal nennen, Black Metal ist auf jeden Fall dabei und eine Menge TYPE O NEGATIVE. Die eigenartige (für mich) Verzerrung der Gitarren trägt das Album, zumindest einen Großteil davon. Die Drums wie der Bass sind so etwas wie die Wegweiser durch Meilenwalds Musik. Und dann kommen noch unzählige Einsprengsel, Songs, die eigentlich keine Songs sind, sondern barocken Wandteppichen ähneln. Es gibt so viel zu sehen (hören) aber auch "nur" der einzelne Song funktioniert.

Der Gesang mäandert zwischen Gekeife und Peter Steele-Goth, rhythmischen Chants aus fernen Religionen, Sprechgesang der sich hinter einem Paravent zu verstecken scheint. Das Album scheint in einem alten, aber bewohnten Gemäuer zu wohnen. Die Jahreszeit ist eine dunkle und irgendetwas passiert dort. Irgendetwas, was ich bis jetzt (noch) nicht verstehe. "Mammothpolis" ist ein beinahe religiös anmutender Song, der in seiner ersten Hälfte Beschwörungen trägt, Samples und Sequenzes mitschwimmen lässt und die Stufe zum Unheimlichen bereits vor langer Zeit überschritten hat sich aber gegen Ende beinahe einer Explosion nähert. 

"Anchoress In Furs" mäandert zwischen beinahe groovigen, mit hoher Frauenstimme verzierten Parts und doomigen Krächzparts. Soundtechnisch ist das so breit aufgestellt, dass man wirklich jede Einzelheit hören kann. Es sind nur eben so viele Details, dass ich wohl noch in den nächsten Monaten damit zu tun haben werde. 

Prätentiös oder Bravourös? Beides. Prätentiös in einer möglichen, positiven Variante und bravourös, weil man erst wirklich in der Lage sein muss, ein solches Monster zu schreiben und einzuspielen. Sieben Songs die eigentlich ein Ganzes darstellen.

Das Album wird mich wohl noch lange begleiten. 

 

 



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (05.02.2021)

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