ABIOTIC - Ikigai

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VÖ: 12.02.2021
Bandinfo: ABIOTIC
Genre: Progressive Death Metal
Label: The Artisan Era
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Lineup  |  Trackliste

ABIOTIC haben schon länger nichts von sich hören lassen – nach dem vielversprechenden aber durchwachsenen Debütalbum „Symbiosis“ (2012) wurde 2015 noch „Casuistry“ herausgebracht, bevor es um die Jungs um die Gitarristen John Matos und Matt Mendez still wurde. Das soll sich jetzt mit „Ikigai“ ändern – die Band selbst sieht sich (natürlich) am Höhepunkt ihrer Kräfte, und sie haben mit dem japanisch angehauchten Konzept des Albums („Ikigai“ steht so etwas wie das Lebens-Motto oder -Ziel) auch die angestammten Pfade der Texte verlassen, die früher hauptsächlich um das Weltall, Aliens und andere Außerweltlichkeiten gekreist sind.

Vieles ist also bei „Ikigai“ neu (übrigens ist auch die gesamte ABIOTIC-Mannschaft bis auf die zwei Gitarristen mittlerweile ausgetauscht), aber nicht unbedingt besser als im Vergleich zu „Symbiosis“. Das Debütalbum zeigte an der einen oder anderen Stelle das große Potential der Band, allein das Songwriting war eher suboptimal und fühlte sich mehr an wie ein Versuch, die größtmögliche Anzahl unterschiedlicher Riffs auf wenigen Tracks zu platzieren. Und so ähnlich gilt das auch für „Ikigai“.

Es sind wieder eine Handvoll feiner Tracks dabei, die gut ins Ohr gehen – der Titeltrack ist schön abwechslungsreich und wechselt zwischen gemäßigten Prog Death der CYNIC Schule, ruhigen Klaviermomenten und Härteausbrüchen. Das epische „Smoldered“ und „Horadric Cube“ sind auch Highlights, unter anderem weil bei diesen Nummern ein Riff bzw. eine Melodie mal öfter wiederholt und variiert wird und so im Kopf hängen bleibt. „The Wrath“ erinnert mit Riffing und Geschwindigkeit sehr positiv an die großartigen ALLEGAEON, und „Souvenir Of Skin“ ist nicht nur durch die Vocals von Trevor Strnad, sondern auch musikalisch sehr fein an THE BLACK DAHLIA MURDER angelehnt.

Die restlichen Tracks kranken allerdings an der bekannten Songwriting-Schwäche, und bis auf das eine oder andere gelungene Detail (etwa der Klargesang von Jonathan Carpenter bei „Grief Eater, Tear Drinker“ oder die immer wieder gut eingewebten Synth-Sounds) bleibt auch bei „Ikigai“ leider am Ende zu wenig hängen, um positiv im Gedächtnis zu bleiben. Daran kann auch die imposante Gästeschar (die sich alle aus dem US-amerikanischen Prog/Death Bereich rekrutieren) trotz der meist gelungenen Beiträge nichts ändern.

 



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Luka (05.02.2021)

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