SLAUGHTERDAY - Ancient Death Triumph

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VÖ: 27.11.2020
Bandinfo: SLAUGHTERDAY
Genre: Death Metal
Label: F.D.A. Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Mit ihren beiden vorangegangenen Scheiben "Nightmare Vortex" (2013) und "Laws Of The Occult" (2016) sowie zwei großartigen EPs hat sich das ostfriesische Duo Finger / Reiners ja bereits in die Crème de la Crème des deutschen traditionellen Todesbleis gespielt. Aber, um das Ergebnis vorwegzunehmen, mit der aktuellen Langrille sind SLAUGHTERDAY für mich mittlerweile zu DER teutonischen Old School Death Metal Institution aufgestiegen! Was für ein Brett haben die beiden Todesbärte aus dem hohen Norden denn bitte schön mit "Ancient Death Triumph" abgeliefert?!

Nach dem stimmungsvollen, leicht melancholisch wirkenden Doom-Intro bricht mit dem Titelsong direkt die Todesmetall-Apokalypse los! Bernds abartig grandiose, aus dem tiefsten Höllenschlund entspringende Growls fahren dem Hörer sofort markerschütternd ins Gehirn, wo sie sich festbeißen und einkrallen, bis der letzte Ton des Albums verklungen ist.

Stücke wie "Expulsed From Decay", "Impenitent Agony" oder "Spawn Of The Incubus" klingen so dermaßen nach alter Schule, dass es eine wahre Freude ist. Allerdings wurden die traditionellen Trademarks dabei kräftig entstaubt und komplett generalüberholt. Bereits auf den Vorgängeralben konnte das kreative Doppel sein Händchen für erstklassiges Songwriting bewiesen. Doch auf dem neuen Longplayer haben SLAUGHTERDAY es tatsächlich geschafft, noch mal eine Schippe drauf zu legen. Noch ausgefeilter, noch differenzierter sind die Kompositionen geworden, wobei man sich klangtechnisch einerseits die rohe Räudigkeit des Sounds bewahrt hat, andererseits mit der superben Produktion von Jörg Uken noch mehr Brachialität und Urgewalt in die neun Tracks packen konnte!

Natürlich hat man auch beim Hören des dritten SLAUGHTERDAY Albums (der Bandname wurde einem AUTOPSY Song entlehnt) große bekannte Namen im Hinterkopf. Allerdings haben es die beiden Friesenjungs vermieden, dass ihr Baby einfach nur wie eine Mischung aus DEATH, AUTOPSY, MASSACRE, CARCASS und Elchtod-Legenden tönt. Vielmehr hat man es geschafft, die Einflüsse der großen Vorbilder bis zur absoluten Essenz zu filtern und dieses pure Konzentrat in die Musik von SLAUGHTERDAY zu integrieren, um so eben immer nach SLAUGHTERDAY zu klingen. Es ist schon eine Gabe, den bandeigenen Sound derart auf das Wesentliche zu reduzieren und von allem überflüssigen Schnickschnack zu befreien, ohne dabei nach zwei Songs nur noch stumpf und eintönig rüber zu kommen.

Und so gestaltet sich auch die zweite Albumhälfte mit "Apocalyptic Dreams", "Malformed Assimilation" und "Discarnate Forces" keinen Deut weniger abwechslungsreich als die erste. Die Mischung aus aggressiver (kontrollierter) Geschwindigkeit, absolut zerstörerischem Midtempo-Gestampfe und beinahe schon asphyxoesken, schleppenden Lava-Parts sowie immer wieder eingeflochtenen, grandiosen (Melodic) Elchtod-Harmonien läßt die Spielzeit von knapp 41 Minuten wie im Flug vergehen. Und ehe man sich's versieht, tönt schon der Albumcloser (erneut eine Coverversion, diesmal von ANVIL) aus den Boxen. "Thumb Hang" ist eine respektvolle Verneigung vor dem Original. Allerdings machen SLAUGHTERDAY den Song mit jeder Sekunde mehr zu ihrem eigenen und präsentieren uns schlußendlich eine herrlich rockige Seite von sich selbst, die zuweilen an den Sound früher DEBAUCHERY erinnert.

 

Fazit:

 

Aller guten Dinge sind DREI! Auf ihrem aktuellen Longplayer präsentieren sich SLAUGHTERDAY in absoluter Bestform und liefern mit "Ancient Death Triumph" ein State Of The Art Oldschool Death Metal Album ab, das zu den absoluten Höhepunkten des vergangenen Metal-Jahres zu zählen ist!

 

 

 

 



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Ernst Lustig (03.01.2021)

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