ENDEZZMA - The Archer, Fjord And The Thunder

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VÖ: 22.01.2021
Bandinfo: ENDEZZMA
Genre: Black Metal
Label: Dark Essence Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Wenn man es beim Unlichte beschaut, erscheint es etwas wundersam, dass die norwegische Black-Metal-Band ENDEZZMA erst mit ihrem dritten Album "The Archer, Fjord And The Thunder" in unseren Annalen debütiert. Immerhin handelt es sich weder um eine blutjunge Band noch um einen Zusammenschluss unbekannter Personalien. Aus der Taufe gehoben wurde die Band 2005 als Reinkarnation DIM NAGELs - einer 1993 gegründeten Band, die neben ENDEZZMA-Fronter M. Sorgar alias Morten Shax auch URGEHALs Trondr Nefas (R.I.P. 2012) zu ihren Mitgliedern zählte. Auch Klampfer Mattis Malphas (u.a. CARPATHIAN FOREST, SVARTTJERN) dürfte den meisten Schwarzmetallern vertraut sein.

Soviel zur Geschichte der Band. Musikalisch waren ENDEZZMA stets typisch norwegisch unterwegs, blitzten aber mit ihrem Hang zu anspruchsvollen Soli und Morten Shax' markantem Organ aus der Masse hervor. Die neue Platte bildet in dieser Hinsicht keine Ausnahme, baut bekannte Trademarks aus und traut sich in puncto Songwriting ein Stück weiter aus der Komfortzone. Besagte Verspieltheit ist die große Stärke der Platte, die mit "The Name Of The Night Is A Strong Tower" und "Anomalious Abomination" von zwei ausgesprochen eingängigen, ja fast leichtfüßigen Tracks eingeläutet wird. "Wild Glorior Death", der wahrscheinlich interessanteste Track des Albums, beginnt mit Donnergroll und erdrückender Trauer, kanalisiert dieselbe in unbändiger Raserei und setzt mit cleanen Gesangsparts und Theremin-Klängen Akzente.

Die vergleichsweise saubere Produktion ist gut anzuhören, lässt aber im Gegenzug ein Stück der geschätzten norwegischen Grantigkeit auf der Strecke. Darüber kann man wahrlich geteilter Meinung sein, ebenso darüber, dass Morten Shax mehr als sonst mit seiner natürlichen Stimme arbeitet und den "evil twin" seiner Stimmbänder kaum mehr von der Leine lässt. Was mich an der Sache mehr bedrückt, ist die Anzahl von Songs, die zwar gut anzuhören sind, aber selten über einen gescheiten Durchschnitt hinauswachsen (z. B. "The Archer, Fjord And The Thunder", "Formless And Void" oder "Garden Ov Heathen" - abgesehen mal von dem formidablen Solo).

Damit sehe ich "The Archer, Fjord And The Thunder" unterm Strich mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Die starken Tracks der Platte verdienen ihr Prädikat redlich und sind in jeder meiner Playlists willkommen. Die Platte als Ganzes wird jedoch durch die weniger zugstarken Stücke zu oft ausgebremst und kann damit nicht den Drive aufrechterhalten, den der starke Einstieg zunächst verspricht.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Lord Seriousface (26.01.2021)

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