BLOODY HAMMERS - Songs Of Unspeakable Terror

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VÖ: 15.01.2021
Bandinfo: BLOODY HAMMERS
Genre: Dark Rock
Label: Napalm Records
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Lineup  |  Trackliste

BLOODY HAMMERS sind seit 2010 aktiv und begeisterten meinen Kollegen Reini von Anfang an, obwohl er aber bei jedem Review vorab Bedenken äußerte. Beim Debut ein wenig von DANZIG angehaucht, und immer wieder auf der Dark/Gothic Rock-Seite, bezeichnete der Kollege den Stil auf „Under Satan’s Sun“ als „Stunning Southern-Gothic-Fuzz“. Beim 2016er Werk „Lovely Sort Of Death“ kamen THE CURE und DEPECHE MODE als Vergleich mit ins Spiel, „The Summoning“ aus 2019 war auch noch düster. Aber jetzt kommst: Die aktuelle Weiterentwicklung geht in eine ganz andere Richtung und macht es einem schwer, wie man das nun sehen soll. Entweder als reine Spaß-Partie? Oder ist es ein Austesten von Genren? Oder einfach Overload von den alten Sachen und ein kreativer Sprung zu neuen Wegen, während man wegen Corona im Keller sitzt?

Das neue „Songs Of Unspeakable Terror“ macht einen großen Schritt weg vom bittersüßen Doom oder psychedelischem Goth und nimmt einen fast schon komödiantischen Horror-Punk Stil an, als wäre man eine musikalische Addam’s Family – was dem Paar zum Beispiel in den Videos ganz gut steht, aber ob das der Musikgeschmack der Fans ist, das ist fraglich. Auf jeden Fall finden sich nun in allen Songs Anleihen an MISFITS oder PLASMATICS.

In Summe ist es irgendwie eine witzige Kombination: man hat Gruseltexte (zB. „A Night To Dismember”) mit einem rockigen Ton und ziemlich nett gesungen, sodass man gar nicht an Gruseliges denkt. Der Punkt zeigt sich in den Melodien, die recht gradlinig und eher hart sind, aber trotzdem melodiös bleiben. Meist dominieren eindringliche, eingängige Riffs im geradlinigen Songwriting, das hie und da von Keyboad/Piano aufgelockert wird. Der Bass wirkt gerne düster und klingt mit dem langsamen Beat kombiniert dezent schaurig.

Bei den elf Songs kommt zwischendurch mal Eintönigkeit auf. So mancher Song klingt nach Wiederholung und der Punk-Rock lässt sich nicht so gut unterscheiden. Der gleichmäßige Punk-Beat wirkt auch ein wenig altbacken und öd – kann man hören bei „Waking The Dead“. Und bei „Night Of The Witch“ ist es ein düsteres Gehämmere, das auf gewisse Weise einfach und unspektakulär ist. Da hilft auch der Text nicht sehr auf die Sprünge.

Rockige Stücke gibt es auch. Zu diesen eingängigen Songs zählt „We Are The  Damned“ und das leicht poppige „The Brain That Wouldn’t Die“ oder „I Spit On Your Corpse“.

Grusel/Gothic/Doom:
Angelehnt an ihren ursprünglichen Stil ist zum Beispiel „Hands Of The Ripper“. Das Video zeigt uns die hübsche Musikerin Devallia, die in krassem Gegensatz zum Sänger und Partner Gitarrist und Bassist Anders Manga steht. Die beiden erinnern in dem schaurigen, zweifärbig gehaltenen Werk wirklich an die Addam’s Family und/oder an Jack The Ripper-Filme. Trotz Nebel, einsamer Gassen und Kanalisation schaffen sie bei mir kein Gruselfeeling. Eher eine Erinnerung an frühere Jahre, als die Musik noch einfacher, rauer, und ursprüngliche war und nicht mit Elektro-Schnickschnack und Feinheiten aufpoliert. So was Rohes hat nämlich auch was.


Gothic Touch finden wir dann auch bei „The Ones Who Own The Dark“ – ein sehr schöner, melodisch gut gemachter, flotter Rock-Song, der aber auch langsame, düstere Stellen und Männer-Chor-Einstreuungen hat. Sehr vielseitig, das gefällt.
„Lucifer’s Light“ ist eine akustische Nummer mit Gitarre, die Dark Rock der ruhigen Sorte bietet.  Die Nummer entwickelt sich zu einer dunklen Ballade mit sphärischen Keyboard Klängen, und einem femininen Vibe.

Fazit:
In den Texten geht es fast immer um Terror, Horror, Blut und auch um das Spiel zwischen Mann und Frau. Egal ob auf Vampir-Ebene, im Mörder-Opfer-Zweigespann oder bei Hexen, Teufel und Dämonen. Oftmals ist es Punk-Rock, bzw. ein lustiger Horror-Punk, der einen mitzureißen versucht, aber auf das Niveau der MISFITS kommen sie nicht, dazu gehört mehr Abwechslung ins Songwriting und mehr Variabilität beim Singen.

 



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Lady Cat (21.01.2021)

WERBUNG: Hard
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