FAHRENHEIT - 212

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VÖ: 23.10.2020
Bandinfo: FAHRENHEIT
Genre: Melodic Hardrock
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Viel Information spuckt das Netz nicht aus, wenn man nach dem bisherigen Werdegang der spanischen Hardrock Band FAHRENHEIT sucht. Man lernt aber eine ganze Menge: Alleine mit dem Suchbegriff "Fahrenheit 212" findet man eine deutsche Hardrock Formation, ein US-Amerikanisches Consulting Unternehmen, ein Restaurant in Crown Point, Indiana, ein Nahrungsergänzungsmittel für Bodybuilder, ein holländisches Designstudio und vieles mehr. Was genau die Temperatur von 212° Fahrenheit so besonders macht habe ich nicht herausgefunden. Engagierte Physiker mögen bitte die Kommentarfunktion nutzen um diese dramatische Bildungslücke zu schließen.

Und damit zurück zur Musik. Die ersten musikalischen Gehversuche von FAHRENHEIT starteten Ende 2007 unter dem knackigen Namen DR. LOVE. Erstaunlicherweise konnte man damit keine weltbewegenden Erfolge verbuchen, also beschloss man vier Jahre und einige Besetzungswechsel später eine Namensänderung in SAIGÓN COBRA. Ob sich unter den Bandmitgliedern Schüler eines Karate Kid Gedenk-Dojos befanden ist bedauerlicherweise nicht überliefert, tut aber auch nicht viel zur Sache, denn 2015 beschloss man den finalen(?) Namenswechsel in FAHRENHEIT. Und damit war es nun endlich an der Zeit, mit dem Debütalbum "212" herauszurücken.

"212" ist eine Zeitreise in die Blütezeit des sogenannten AOR, des "Adult Orientated Rock" und zwar zu einer Zeit, als noch das Wort "Rock" groß geschrieben wurde und nicht so wie heute "Adult". Nicht nur einmal möchte man die Faust gen Himmel strecken und lauthals mitsingen. Wir hören starke Hymnen ("The Winner"), radiotaugliche Halb-Balladen ("Damned To Love"), fantastische DEF LEPPARD-Gedenk-Chöre ("Kill Me") oder astreine Hard Rock Granaten ("Emotion Seeker"). Extrem gut gefällt mir dabei der natürliche (sprich: nicht totproduzierte) Sound des Albums, der mich ein wenig an die guten alten VAN HALEN Scheiben erinnert. Überhaupt dürften die kalifornischen Hardrocker einen nicht unwesentlichen Einfluß auf die Spanier haben.

Ob sich die Band mit dem austauschbaren Allerweltsnamen FAHRENHEIT nun einen Gefallen getan hat oder nicht, möchte ich nicht beurteilen. Musikalisch ist das Debütalbum jedenfalls bereits auf ausgesprochen hohem Niveau. Natürlich ist noch nicht alles perfekt ausgereift, jedoch zeigt "212" jede Menge Potenzial für künftige Großtaten. Würde mich freuen, irgendwann wieder was von den Jungs zu hören.

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: adl (20.01.2021)

WERBUNG: Hard
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