HELL-BORN - Natas Liah

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VÖ: 26.01.2021
Bandinfo: HELL-BORN
Genre: Death Metal
Label: Odium Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Auf die neue Langrille des polnischen Black/Death-Geschwaders HELL-BORN wurde ich offen gestanden erst aufmerksam, als ich kürzlich den werten Herrn Nergal in unserer Metal-Singlebörse "antraf". Genauer genommen, als ich das Video zum Albumtrack "Blakk Metal" vorfand, in dem der BEHEMOTH-Chef als Gastsänger in der Kapelle seiner ehemaligen Bandkollegen Baal und Les in Erscheinung tritt. Geködert von besagtem Track und in freudiger Erwartung einer zünftigen polnischen Abreibung nahm ich also den sechsten HELL-BORN-Dreher "Natas Liah" unter die Lupe.

Und während sich die Winde im Hause BEHEMOTH zwischenzeitlich mehr als einmal gedreht haben, setzt man bei HELL-BORN verstärkt auf Tradition. Deftiger, polnischer Black/Death-Metal mit der für seine Szene typischen Raubeinigkeit prügelt mit technischer Perfektion durch die Gehörgänge und verfrachtet Hammer, Amboss und Steigbügel kurzerhand in die Zehenspitzen. An Handwerk und Produktion gibt es nichts zu bemängeln, die lange Erfahrung der Musiker ist jederzeit evident - und wenn sich die gelebte Hochkultur auch im Songwriting niederschlagen würde, hätten wir einen wahrlich mächtigen Batzen extremer Kunst vor Ohren.

Tatsächlich sind die Tracks aber alle recht ähnlich gestrickt und im Gesamtbild eher solide als großartig. Vereinzelte Earcatcher wie die Soli in "Uroboros" und "The Butcher" oder dezente MGŁA-Anleihen in "Axis Of Decay" lassen hier und da kurz aufhorchen, doch für ein halbwegs durchgehendes Spannungslevel reicht's am Ende nicht. Dafür sind zu viele Tracks (z.B. wie "Ye Olde Woods Devil") und Passagen zu eintönig, ziellos umherrödelnd und ermüdend. Dieses eingefahrene Ruder kann auch der patente Rausschmeißer "Blakk Metal" mit dem gastierenden Nergal nicht mehr rumreißen.

Viel mehr gibt es dazu auch leider Deibels nicht zu sagen. Mit "Natas Liah" ist es ebenso wie mit einer Zehnerpackung Eier aus Freilandhaltung: alle sind identisch und gleichermaßen wohlschmeckend, sie dienen als Basis eines nahrhaften Frühstücks und nur wenn's ganz dumm läuft, ist in einem Luft oder Fäulnis vorzufinden. Wem das genügt, dem sei eine glückliche Liaison mit der neuen HELL-BORN nicht verwehrt. Wer hingegen seinem tristen Tretmühlenalltag für eine Dreiviertelstunde entfliehen will, dem sei stattdessen ein ausgefalleneres Modell empfohlen.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Lord Seriousface (26.01.2021)

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