NERVOSA - Perpetual Chaos

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VÖ: 22.01.2021
Bandinfo: NERVOSA
Genre: Thrash Metal
Label: Napalm Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Die Nachricht, dass sich das brasilianische Thrash Trio Infernale in seine Einzelteile auflöst, hatte 2020 Ende April ja schon eingeschlagen, wie eine Bombe, auch wenn die einzige verbliebene Dame, Prika Amaral, umgehend verkündete, dass es mit NERVOSA auf jeden Fall weiter gehen würde. 

Wenig später erfolgte auch schon die Bekanntgabe des neuen Line-ups, welches das Trio zum internationalen Kleeblatt (Brasilien, Spanien, Italien, Griechenland) aufstockte. Ein wahrhaft "glücklicher" Umstand? Nun diese Frage haben NERVOSA mit dem Release ihres vierten Longplayers "Perpetual Chaos" beantwortet. Allerdings leider nicht zu (zumindest meiner) Zufriedenheit.

Die Neuen, Mia, Eleni und Mikromalträtiererin Diva Satanica, sind ohne Frage gute Musikerinnen, aber das allein reicht eben nicht, um ein erstklassiges Album auf die Beine zu stellen.

Bei den ersten Tönen von "Venomous" dachte ich noch: 'Wow - wummst ja ja richtig schön rein!' Und in der Tat scherbelt der Opener in bester NERVOSA Manier aggressiv und brachial aus den Boxen. Eine Thrashgranate mit leichter Todesblei-Schlagseite, wie man es von den Damen gewohnt ist. Und da haben wir auch schon das Problem. Gewohnheit! Denn nach drei oder vier Stücken fragt man sich unwillkürlich, welchen Track man denn nun gerade hört. Die Besetzung von NERVOSA mag erneuert worden sein, musikalisch gehen die vier Damen allerdings komplett auf Nummer sicher und präsentieren dem Hörer ausschließlich Altbekanntes und das auch noch mit der größtmöglichen Beliebigkeit. Sattsam bekannte, tausendmal gehörte Riffs, Hooks ohne jeden Wiedererkennungswert, und wenn, dann denkt man bei Wiedererkennen eher nicht an NERVOSA, sondern an die zitierten Combos.

NERVOSA treten mit "Perpetual Chaos" 45 Minuten lang auf der Stelle und haben sich im Vergleich zum Vorgänger "Downfall of Mankind", der ja auch schon nicht gerade mit Innovationen glänzte, keinen einzigen Millimeter weiterentwickelt. Jeder der 13 Songs mag für sich betrachtet durchaus mit Gut bewertet werden können. Aneinandergereiht wirken die Tracks allerdings öde und einfallslos. Marginale Variationen reißen da leider nichts mehr, genauso wenig wie die gesanglichen Gastauftritte von Schmier und Eric A.K. von FLOTSAM & JETSAM.

 

Fazit:

 

Wo ist der Biss? Wo ist der Hunger? Wo ist der Mut? NERVOSA haben mit "Perpetual Chaos" ein 13-teiliges Sicherheitspaket geschnürt, das in keiner Weise über den Durchschnitt hinauskommt (sie bleiben im Gegenteil auch gern mal darunter). Die Songs sind Thrash Standard von der Stange ohne Seele und Feuer. In gewisser Weise erinnert mich die neue Langrille an die BURNING WITCHES, die sich mit ihrem letzten Output auch nicht mit Ruhm bekleckert und sich in mit ihrer Scheibe in ein ähnliches Dilemma manövriert haben. Immerhin sorgt die druckvoll-fette Produktion dafür, dass die Dreiviertelstunde Langeweile zumindest in den Ohren knallt.



Bewertung: 2.5 / 5.0
Autor: Ernst Lustig (29.01.2021)

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