PERTICONE - Underdog

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VÖ: 29.01.2021
Bandinfo: PERTICONE
Genre: AOR
Label: AOR Heaven
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Lineup  |  Trackliste

MARTIN PERTICONE aus Buenos Aires/Argentinien ist seit über 25 Jahren im Musikgeschäft aktiv und beschert uns nun seine erste Solo-Scheibe, die zwar nicht wirklich etwas Neues bietet, aber viel gute Laune verbreitet und rundum gelungen ist. Für Freunde eher ruhigerer, überwiegend akustischer und jedenfalls immer melodischer und eingängiger Rockmusik, mit einzelnen Westcoast- und auch Country-Einflüssen gibt es definitiv weit Schlimmeres, als sich dieses Album anzuhören. Und da es nur acht Songs (und eine alternative Version einer dieser Nummern) gibt, hat man es ohnehin in relativ kurzer Zeit mehrmals gehört - und es geht noch rascher in die Ohren und setzt sich dort erfolgreich fest. Als Vergleiche könnte man - nicht nur aufgrund des Gastauftrittes von ERIC MARTIN - die akustischeren MR. BIG nennen oder als aktuelleren Bezugspunkt vielleicht auch die etwas stärker Country-beeinflussteren Songs von COLLATERAL. Aber bei jedem werden bei diesen Songs wohl etwas andere Assoziationen auftauchen. 

Der Start des Albums gelingt mit "No One Else (But You)" und "Out Of Control" ganz vorzüglich, die besten Beispiele für diese Art melodischer Rockmusik. "All You Can Trust" bringt uns endlich mal wieder einen neuen Song mit der wundervollen Stimme von ERIC MARTIN; der sich in den letzten Jahren ja leider etwas rar gemacht hat. Nicht nur deshalb erinnert die Nummer durchaus an akustischere (Halb-)Balladen von MR. BIG. Das ist jetzt nichts bahnbrechend Neues aber durchaus gelungen. "Man On The Moon" ist ein echtes Highlight, etwas anders vom Stil, mit an die EAGLES erinnernden Chor-Passagen und immer besser, je öfter man es hört. Das akustische, dahingleitende "Giselle" ist sehr eingängig und lässt einen quasi sofort mitschunkeln - wo hat man das bloß schon in ähnlicher Form gehört? "Dusty Road" ist etwas sehr durchschnittlich, mit einem starken Country-/Southern-Einfluss, bei dem die staubige Straße in der prallen Straße beinahe zu spüren ist. Mir kratzt dabei der Staub aber eher im Hals... "Back To My Heart" ist gut gelungen und stilistisch eher eine Rückkehr zu den ersten beiden Songs. DerTitelsong "Underdog" weicht dann wieder vom sonst vorherrschenden Sound etwas ab und kann mit seinen süßlichen Harmonien und Melodien schon als Pop-Song bezeichnet werden, der durchaus Massenappeal besitzt. Als Abschluss kommt noch eine zweite Version des Songs mit ERIC MARTIN, der zwar insgesamt ein wenig gar langsam geraten ist, bei dem aber die Vocals noch besser zur Geltung kommen und der damit auch einen besonderern Reiz versprüht.

Fazit, eine rundum gelungene Scheibe, die einzig etwas kurz geraten ist. Aber vielleicht ist es ja besser so, Klasse statt Masse... Jedenfalls kann man hoffen, dass es bald eine Fortsetzung geben wird, da die Aufnahmen für dieses Album bereits 2019 erfolgt sind. Vielleicht blieb in den letzten Lockdown-Monaten ja ein wenig Zeit zum Schreiben weiterer Songs, die nur mehr auf die Umsetzung im Studio warten.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Andreas Meiser (01.02.2021)

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